In einem westafrikanischen Dorf flüchten vier junge Mädchen aus Angst vor ihrer Beschneidung zu der couragierten Collé, die bereits ihre eigene Tochter vor diesem Ritual bewahrt hat. Um einen Schutzraum für die Mädchen zu schaffen, verhängt Collé über das Anwesen ihrer Familie den traditionellen Bann "Moolaadé", der es jedem verbietet, ohne ihre Erlaubnis einen Fuß über die Türschwelle zu setzen. Daraufhin entwickelt sich in der Dorfgemeinschaft ein Machtkampf zwischen den Befürwortern/innen und den Gegnern/innen der Genitalverstümmelung um die Wiederherstellung der tradierten Ordnung. Collé gerät in einen Konflikt, als ihre mutige Haltung die Hochzeit ihrer eigenen Tochter gefährdet.
Das Alterswerk des großen senegalesischen Regisseurs Ousmane Sembène steht ganz in der Tradition des afrikanischen Erzählkinos. Der als Parabel angelegte Film spricht – zum Teil mit subtiler Ironie und Heiterkeit – die kulturellen, religiösen, machtpolitischen und medizinischen Aspekte des Themas Genitalverstümmelung an, das nicht nur argumentativ-rational sondern auch sinnlich (be-)greifbar gemacht wird und von dem mutigen Aufbegehren gegen eine menschenverachtende Tradition kündet. Alleine in Afrika werden mehr als 150 Millionen Mädchen dem grausamen Ritual der Verstümmelung ihrer Genitalien unterworfen.
29.09.2006