Inhalt
Taxi Driver erzählt die Geschichte eines Außenseiters. Schlaflosigkeit treibt den 26-jährigen Vietnam-Veteranen Travis Bickle in die nächtlichen Straßen New Yorks. Während sein Taxi zwischen den Leuchtreklamen der Vergnügungsviertel hindurchgleitet, schweifen seine Blicke auf die Gehwege, um dort jeden Vorgang seismographisch zu registrieren. Was der unbeteiligte Beobachter Bickle sieht, veranlasst ihn dazu, sein ganz eigenes moralisches Urteil zu fällen: "Someday, a real rain will come and wash all this scum off the streets." Der Schluss, den er daraus zieht: Er sei der Auserwählte, dessen Mission darin besteht, die Stadt vom Sündenfall zu reinigen. Fortan beginnt er in militärischer Manier, seinen Körper zu stählen und sich mit Waffen auszurüsten.
Umsetzung
Wie das Taxi über die Straßen gleitet die Kamera über Schauplätze und zeigt vornehmlich die Oberflächen der Stadt New York. Lange Einstellungen, langsame Schwenks, deren Bewegungen ins nächste Bild fortgesetzt werden, Überblendungen und die Musik von Bernard Herrmann erzeugen eine allzu ruhige Stimmung, die ohne dramatische Zuspitzung in ihre Entladung – den finalen Showdown – mündet. Wie eine Maschine bewegt sich der mordende Bickle plötzlich, aber nicht unerwartet, durchs Bild. Nach der Tat wird der Raum wie ein Stillleben inszeniert: ein Wachsfigurenkabinett wie ein Sarg. Für die Gewalttat finden sich im Film keine eindeutigen, psychologischen Erklärungsmuster.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Neben der Frage nach der Darstellung bzw. Darstellbarkeit von Gewalt im Film, die bei der Behandlung dieses Films gerade wegen ihrer uneindeutigen psychologischen Erklärbarkeit aufgegriffen werden sollte, bietet der Film vielfältige Möglichkeiten, ästhetische und genrebezogene Themen zu bearbeiten. Je nach Schwerpunktsetzung können andere Filme zum Vergleich herangezogen werden.
Dieser Text ist eine Übernahme des VISION KINO-FilmTipps.
29.09.2006, Vision Kino 2006.