Tierisch wild sind die Tiere des New Yorker Zoos nicht gerade. Eines von ihnen leidet besonders unter dieser vermeintlichen Schmach: Der Löwenjunge Ryan kann nicht so laut und Furcht einflößend brüllen wie sein Vater Samson. Als der von Minderwertigkeitskomplexen geplagte Ryan plötzlich verschwindet, unternehmen Samson und einige befreundete Tiere eine Rettungsexpedition. Sie brechen aus dem New Yorker Zoo aus und landen nach einer Schiffsreise schließlich in Afrika mitten in der Wildnis. Dort müssen die domestizierten Tiere sich den Gefahren des Dschungels stellen. Vater und Sohn finden wieder zueinander, nachdem Samson zugibt, nie in der Wildnis gelebt zu haben und seinerzeit wie Ryan als Löwenkind wegen seines mangelnden Stimmvolumens ausgelacht worden zu sein. Doch bevor ein Happy-End möglich ist, müssen die New Yorker Zootiere gemeinsam ein letztes Abenteuer mit einer Herde wilder Gnus und ihrem Anführer Kazar bestehen.
Der Disney-Film zeigt die initiatorische Reise eines Löwenjungen und seines Vaters in Form einer ausgesprochen plastischen und beinahe realistisch wirkenden computergenerierten Animation. Die Figuren werden in sympathischer Weise durch Slapstickeinlagen charakterisiert. Musik- und Tanzelemente unterstreichen die unterhaltsame Wirkung des Films. Was auf den ersten Blick eine Geschichte von Vater und (verlorenem) Sohn ist, entwickelt sich auf den zweiten Blick zu einer Befreiungsgeschichte von der Zivilisation. Erst die gemeinsame Reise der Freunde zu ihrem Ursprung scheint die Tiere von ihren Stadtneurosen zu heilen. In der Konfrontation der Zootiere mit den wilden Gnus erzählt der Film zudem von kulturellen Differenzen, insbesondere von der Auseinandersetzung der westlichen Zivilisation mit vermeintlich "primitiven" Kulturen und ihrer Überwindung.
Autor/in: Vision Kino, 29.09.2006