Innerhalb kürzester Zeit kidnappen unbekannte Täter in einer norddeutschen Großstadt mehrere Jugendliche. Auch Kevin, der prämierte Jugend-forscht-Gewinner und Erfinder der lernfördernden Mind-Machine, ist über Nacht wie vom Erdboden verschluckt. Höchste Zeit für die vier Hobbydetektive Tim, Karl, Klößchen und Gaby (TKKG), nach ihrem verschwundenen Mitschüler zu fahnden und den mysteriösen Fall zu lösen. Bald schon finden die Spürnasen heraus, dass ein fanatisches und skrupelloses Team von Neurowissenschaftlern/innen Kevins computergesteuerte Weiterentwicklung der Super-Learning-Apparatur dazu missbraucht, gesundheitsschädliche Experimente mit den entführten Jugendlichen durchzuführen. Angesichts der Gefahr, selbst zum Versuchskaninchen zu werden, beginnt eine temporeiche Verfolgungs- und Verbrecherjagd für TKKG, die den üblen Machenschaften ein Ende bereiten wollen.
Die filmische Adaption der seit den 1970er-Jahren ungebrochen populären TKKG-Jugendbuchreihe entpuppt sich als eine eigenständige Geschichte, die aber auf die Charaktere der literarischen Vorlage zurückgreift. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema des Vertrauens beziehungsweise des Vertrauensbruchs durch die mitunter etwas an den Haaren herbeigezogene Handlung. Mit düsterer Lichtgestaltung und dunkler Farbgebung werden die vordergründige Spannung und Rätselhaftigkeit des Krimi-Genres unterstützt. Diese Darstellungsmittel lassen zugleich die zentrale Thematik der Gehirn-, Lern- und Gedächtnisforschung geheimnisvoll und mysteriös wirken. Wie das Lernen im menschlichen Gehirn funktioniert, wird sogar in einer anschaulichen Unterrichtsstunde vor Augen geführt. Zugleich hinterfragt der nur hintergründig pädagogisch wirkende Film die moralischen Implikationen wissenschaftlicher Experimente. Auflockernde Animationssequenzen visualisieren reine Gedankenwelten oder illustrieren das moderne Online-Spionagetool "Trojaner" auf lehrreiche Weise. In erster Linie aber möchte der Kinderkrimi spannende Unterhaltung bieten.
Autor/in: Vision Kino, 22.10.2006