Teheran 2005. Während ein Vater auf der Suche nach seiner Tochter ist, steuert ein voll besetzter Bus mit männlichen Fußballfans das Stadion an, in dem sich die iranische Nationalmannschaft für die WM 2006 in Deutschland qualifizieren will; ein männliches Vergnügen, denn Iranerinnen ist das Betreten eines Fußballstadions verboten. Inmitten der grölenden Männer versteckt sich jedoch ein schüchternes Mädchen; als Junge verkleidet und voller Angst, entdeckt zu werden. Zusammen mit anderen jungen Frauen in Männerkleidern wird sie bei dem Versuch, sich ins Fußballstadion einzuschmuggeln, von den Sicherheitskräften aufgespürt und von iranischen Soldaten festgehalten. Das Spiel können die Frauen nur aus dem "Abseits" miterleben. Aber dann gelingt ihnen die Flucht aus dem Gewahrsam und sie stürzen sich in das Getümmel der feiernden Fußballfans.
Offside ist ein neorealistisch anmutender Spielfilm, dessen fiktive Geschichte auf wahren Ereignissen rund um das WM-Qualifikationsspiel gegen Bahrein beruht und sich immer wieder an realen Bezügen orientiert. Das Stadion, das Fußballspiel, die feiernden Menschen nach dem Spiel wurden in nur vier Drehtagen beim WM-Qualifikationsspiel Iran gegen Bahrain ohne jegliche dramaturgische Zuspitzung gedreht. Beinahe in Echtzeit umgesetzt – die Dauer des Films entspricht der Dauer des Spiels – und mit Laiendarstellern/innen besetzt, reflektiert Jafar Panahi das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit. Ohne offen anzuklagen, nimmt
Offside deutlichen Bezug auf die aktuelle politische und gesellschaftliche Lage im Iran.
Autor/in: Vision Kino, 29.09.2006