Einstellungsgrößen
In der Filmpraxis haben sich bestimmte Einstellungsgrößen durchgesetzt, die sich an dem im Bild sichtbaren Ausschnitt einer Person orientieren: Die Detailaufnahme umfasst nur bestimmte Körperteile wie etwa die Augen oder Hände, die Großaufnahme (engl.: close up) bildet den Kopf komplett oder leicht angeschnitten ab, die Naheinstellung erfasst den Körper bis etwa zur Brust („Passfoto“). Der Sonderfall der Amerikanischen Einstellung, die erstmals im Western verwendet wurde, zeigt eine Person vom Colt beziehungsweise der Hüfte an aufwärts und ähnelt sehr der Halbnah-Einstellung, in der etwa zwei Drittel des Körpers zu sehen sind. Die Halbtotale erfasst eine Person komplett in ihrer Umgebung und die Totale präsentiert die maximale Bildfläche mit allen agierenden Personen; sie wird häufig als einführende Einstellung (engl.: establishing shot) oder zur Orientierung verwendet. Die Panoramaeinstellung zeigt eine Landschaft so weiträumig, dass der Mensch darin verschwindend klein ist.
Elliptische Struktur
Episodische Erzählweise mit vielen Auslassungen beziehungsweise einer gerafften Handlung, die oftmals der Aufmerksamkeitssteigerung dient und von den Zuschauenden eine eigene Interpretationsleistung verlangt.
Episches Theater
Der Begriff wurde von dem Dramatiker Bertolt Brecht (1898-1956) für eine von ihm entwickelte Darstellungsform des modernen Theaters geprägt. Im epischen Theater sollen sich die Zuschauenden nicht mit den Personen oder Ereignissen auf der Bühne emotional identifizieren, sondern diese mit Distanz betrachten. Die Verfremdung durch die Kommentierung des Geschehens oder das Heraustreten der Schauspieler/innen aus ihrer Rolle sind kennzeichnende stilistische Mittel des epischen Theaters, um die Zuschauenden zur Reflektion über gesellschaftliche Verhältnisse und deren Veränderbarkeit anzuregen.
Establishing Shot
Die erste Einstellung eines Films oder einer Sequenz, die den Handlungsort einführt (meist in der Totalen oder Halbtotalen). Kann z. B. einen Überblick über einen Raum oder eine Landschaft geben.
Exposition
Einführung und Schilderung der Ausgangssituation eines Films. Die Exposition ist ein wichtiger Bestandteil der filmischen Dramaturgie. Ähnlich der Literatur führt sie in Grundstimmung, Handlungsort,-zeit und -situation ein, stellt die Hauptfiguren vor und gibt unter Umständen schon erste Hinweise auf den Ausgang der Handlung. Die gängiste Form ist die deduktive Exposition, die an das Geschehen heranführt (zum Beispiel: Stadt, Haus, Protagonist/in). Die induktive Exposition beginnt in der Nahbetrachtung von Figuren oder Ereignissen und gibt allgemeine Informationen erst später.