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<title>kinofenster.de - Neu im Kino</title>
<description>Hier finden Sie die aktuellen News von kinofenster.de</description>
<link>http://www.kinofenster.de</link>
<language>de-de</language>
<copyright>Bundeszentrale für politische Bildung</copyright>
<managingEditor>info@kinofenster.de (Bundeszentrale für politische Bildung)</managingEditor>
<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 15:00:17 +0100</pubDate>
<lastBuildDate>Wed, 22 Feb 2012 15:00:17 +0100</lastBuildDate>
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<title>Glück</title>
<category>Film</category>
<description><![CDATA[In der Heimat der jungen Irina tobt ein Bürgerkrieg. Nachdem Soldaten ihre Familie ermorden und sie selbst vergewaltigen, flüchtet sie nach Berlin. Ohne Arbeitserlaubnis, ohne Angehörige und Freunde, bestreitet Irina ihren Lebensunterhalt durch Prostitution. Als sie Kalle kennenlernt, einen Punk, der auf der Straße lebt, bahnt sich eine zarte Liebesgeschichte zwischen den einsamen Außenseitern an. Nähe, Vertrauen, eine gemeinsame Zukunft scheinen plötzlich möglich. Doch dann findet Kalle in ihrer Wohnung einen toten Freier. Vergeblich versucht er, die Leiche aus dem Weg zu schaffen. Der Strafverteidiger Noah Leyden übernimmt den Fall.<br />
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Regisseurin Dörrie adaptierte für Glück die gleichnamige Kurzgeschichte des Juristen Ferdinand von Schirach. Die Erzählerperspektive übernimmt im Film  Noah Leyden, der in einer langen Rückblende Irinas und Kalles Geschichte erzählt. Der Genremix aus Krimi, Liebesromanze und absurden Splatter-Elementen wirkt zuweilen etwas holprig, überzeugt aber letztlich durch eine einfühlsame Annäherung an die Protagonisten/innen. Dörrie verbindet realistische Milieudarstellungen mit berührenden Bildmetaphern für die psychische Verfassung der Figuren – Totalen eines Klatschmohnfeldes durch das Irina tanzt, Nadeln, die sie sich später durch die Haut treibt, wenn die verdrängte Erinnerung sie einholt. Trotz eines recht blutigen Zwischenspiels ist eine liebevolle, sehr poetische Geschichte entstanden über zwei zutiefst verletzte Menschen, ihre zaghafte Annäherung und das Kämpfen um das gemeinsame Glück. <br />
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Mit zwei großartigen Hauptdarstellern/innen und einem leichthändigen Inszenierungsstil bietet Glück hinreichend Identifikationspotenzial, um Jugendliche für &quot;schwere&quot; Themen wie Kriegsfolgen, sexualisierte Gewalt, Flüchtlingsproblematiken, Prostitution und Illegalität zu interessieren. Gerade Irina, die trotz schwerster Traumata nicht aufgibt und in einem fremden Land unbeirrbar ein neues Leben versucht, gibt Menschen, die Ähnliches erlebt haben, ein Gesicht. Neben einem Vergleich zwischen Literaturvorlage und filmischer Umsetzung bietet die Liebesgeschichte interessanten Diskussionsstoff. Die wachsende Verbundenheit von Kalle und Irina heilt die schlimmsten Verletzungen, wird aber schließlich durch einen Zufall fast zerstört. Hier schließen sich grundsätzliche psychologische und philosophische Fragestellungen an, in denen die Schüler/innen auch eigene Lebensentwürfe und Werte reflektieren können: Wie wichtig ist das persönliche Glück? Was ist legitim, um es zu verteidigen? <br />
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<link>http://www.kinofenster.de/filme/neuimkino/glueck-film/</link>
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<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 13:53:33 +0100</pubDate>
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<title>Sergej in der Urne</title>
<category>Film</category>
<description><![CDATA[Charismatisch und hochintelligent, dabei aber rastlos und egozentrisch – Sergej Stepanowitsch Tschachotin (1883-1973) war eine Ausnahmeerscheinung. Der russische Mikrobiologe war ein politischer Visionär und Aktivist, in dessen 90 Lebensjahren sich das vergangene Jahrhundert in seiner ganzen Komplexität spiegelte. Tschachotin scheint wie die Katze mindestens sieben Leben gelebt zu haben. So war er im Privaten ein notorischer Romantiker und unvergleichlicher Frauenheld. Fünf Mal heiratete er, bekam insgesamt acht Kinder und ließ sich fünf Mal wieder scheiden. Getrieben von seiner Neugierde, großem wissenschaftlichen Forscherdrang und den politischen Zeitläufen führte er ein Leben im Extrem, das sich unauslöschlich auch in die Biografien seiner Familien eingeschrieben hat.<br />
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Wie wird man einer solchen Biografie filmisch gerecht? Der Protagonist selbst ist seit Jahrzehnten tot und die Nutzung von Primär-Quellen wie Tagebüchern birgt immer auch das Problem der Selbststilisierung. Also hat sich Boris Hars-Tschachotin, Regisseur und gleichzeitig Sergejs Ur-Enkel, dafür entschieden, neben historischen Bilddokumenten seinen Film auf Interviews mit denjenigen aufzubauen, die Sergej am besten kannten: mit seinen vier verbliebenen Söhnen. Mit Hilfe einer collageartigen Montage imaginiert der Film immer wieder Zwiegespräche zwischen den zerstrittenen Geschwistern, die in der Realität so nie stattfinden würden. Auf diese Weise führt der Regisseur die Zuschauer/innen mit einem sehr persönlichen Off-Kommentar auf gekonnte Weise durch einen Film, der nicht nur das Portrait eines Mannes, sondern auch das Sittenbild eines Zeitalters ist. <br />
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Sergej in der Urne ist ein Dokumentarfilm mit mehreren Erzählebenen, die kunstvoll miteinander verschränkt, aber auch einzeln lesbar sind. Entsprechend vielfältige Anknüpfungspunkte finden sich für den filmpädagogischen Unterricht. Neben der großen, historischen Erzählung über die Revolution im zaristischen Russland, über Nationalsozialismus, Krieg und Vertreibung steht die nicht minder spannende Geschichte eines Familienoberhaupts, das sich seinen privaten Verantwortungen immer wieder entzog. Die daraus entstandenen Generationenkonflikte bieten eine interessante Diskussionsgrundlage, um mit Jugendlichen die Bedeutung innerfamiliärer Beziehungen zu thematisieren. Spannenden Gesprächsstoff eröffnet auch die Frage nach der objektiven oder authentischen dokumentarischen Darstellung von Vergangenheit. Unterstrichen wird dies nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Boris Hars-Tschachotin als Urenkel einen ganz bewusst subjektiven Blick in die eigene Geschichte wirft. <br />
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<link>http://www.kinofenster.de/filme/neuimkino/sergej-in-der-urne-film/</link>
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<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 13:29:18 +0100</pubDate>
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<title>Gefährten</title>
<category>Film</category>
<description><![CDATA[1914 kauft der englische Bauer Ted den einjährigen Hengst Joey. Sein 16-jähriger Sohn Albert trainiert Joey und freundet sich mit ihm an. Als der Erste Weltkrieg beginnt, verkauft der hochverschuldete Ted das Pferd an die Kavallerie. Ein aufrechter Captain übernimmt Joey, fällt aber kurz darauf an der Front. Der Hengst gerät in die Hände zweier deutscher Soldaten, gehört einem französischen Bauer und seiner kranken Enkelin und muss als Zugtier bei der deutschen Artillerie schuften. Schließlich landet der Vierbeiner bei der britischen Armee, wo der zum Militärdienst eingerückte Albert ihn wiedertrifft. <br />
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Das Drehbuch des melodramatischen Kriegsepos, das sechs Oscar®-Nominierungen erhielt, beruht auf Michael Morpugos sentimentalem Jugendbuch Schicksalsgefährten (1982) und auf Nick Staffords erfolgreicher Londoner Bühnenfassung (2007). Fungiert der vermenschlichte Joey im Roman als Erzähler, so beschränkt sich Regisseur Steven Spielberg darauf, ihn als Bindeglied zwischen turbulenten Action-Szenen und Szenen der anrührenden Freundschaft mit Albert einzusetzen. Im Vergleich zu seinem Drama Der Soldat James Ryan (Saving Private Ryan, USA 1998) über die Invasion in der Normandie im Zweiten Weltkrieg verzichtet er hier weitgehend auf explizite Gräuelszenen. Kriegsbilder in düsterem Grau-Blau wechseln mit sonnendurchfluteten Landschaftsszenerien; neben der Farbgebung besticht der Film ästhetisch durch atemberaubende Lichtstimmungen und ungewöhnliche Kameraperspektiven, die die Bewegung der Pferde einfangen. Im pathetischen Finale überspannt Spielberg allerdings den Bogen zur Rührseligkeit, unterstützt vom pompösen Soundtrack seines Stammkomponisten John Williams.<br />
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Im Unterricht gibt die Geschichte einer unverbrüchlichen Loyalität Anstöße zur Erörterung der Frage, ob die Bindung zwischen Mensch und Tier so tief und erfüllend sein kann wie die zwischen zwei Menschen. Indem der überlange Film das Leiden von Mensch und Tier bei allen Kriegsparteien zeigt, bietet er zudem reichlich Anknüpfungspunkte für eine Diskussion über die Legitimation und Sinnhaftigkeit von kriegerischer Gewalt. Die fulminante Schlüsselsequenz, in der zwei verfeindete Soldaten im Niemandsland Joey gemeinsam aus Stacheldrahtschlingen befreien, legt einen Vergleich zur berühmten Weihnachtsszene in Christian Carions Schützengrabendrama Merry Christmas (Frankreich, Deutschland, Großbritannien u.a. 2005) nahe. Im Filmgespräch könnte untersucht werden, ob die episodische Erzählstruktur, die Albert über weite Strecken außen vor lässt, das Identifikationspotenzial mindert.<br />
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<link>http://www.kinofenster.de/filme/neuimkino/gefaehrten-film/</link>
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<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 16:31:26 +0100</pubDate>
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<title>Extrem laut und unglaublich nah</title>
<category>Film</category>
<description><![CDATA[Der Juwelier Thomas Schell fördert die Phantasie seines Sohnes Oskar nach Kräften. Mit diesem Vater wird das Leben in New York zur magischen Schnitzeljagd, jeder Ort birgt sein Geheimnis, nichts ist nur wie es scheint. Als er bei dem Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001 ums Leben kommt, wird die Illusion zu Oskars letzter Zuflucht. Er vernichtet den Anrufbeantworter, auf dem sich die letzten Nachrichten des Vaters befinden, kappt auch den Kontakt zur Mutter. Ein in den alten Sachen des Toten gefundener Schlüssel wird schließlich zum Rettungsanker: Handelt es sich um einen letzen Hinweis des verspielten Vaters, den Schlüssel zum Geheimnis seines Lebens? Mit explosiver Kreativität macht sich Oskar auf die Suche nach dem passenden Schloss – ein verzweifelter Versuch, dem traumatischen Verlust doch noch einen Sinn zu geben.<br />
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Die Verfilmung eines Romans von Jonathan Safran Foer erzählt von den Folgen des 11. September anhand eines Einzelschicksals und steht ganz im Zeichen der Trauer. Dabei wird weniger die sichtbare Realität als die erschütterte Gedankenwelt der kindlichen Hauptfigur auf die Leinwand gebannt. Verschachtelte Rückblenden, aufwändige Montagen und eine sehr emotionale Musikbegleitung dienen als künstlerische Mittel der Identifikation. Sie wird verstärkt durch Oskars Voice-Over, in der er nicht nur von seiner Suche berichtet, sondern nach einigem Zögern auch seinen &quot;schlimmsten Tag&quot; Minute für Minute, Schritt für Schritt rekonstruiert. Demselben Zweck dient ein kunstvoll gestaltetes Logbuch, in dem er etwa den Sturz des Vaters aus den Twin Towers in Form eines Daumenkinos verarbeitet.<br />
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Man kann Regisseur Stephen Daldry den Vorwurf nicht ersparen, der Tragödie mit allzu großer ästhetischer Verspieltheit beikommen zu wollen. Der Einsatz der filmischen Mittel und ihre Wirkung können entsprechend kritisch im Unterricht thematisiert werden. Das Auftauchen von Oskars zuvor unbekanntem Großvater, der als Überlebender der Luftangriffe auf Dresden 1945 selbst traumatisiert ist, bringt allerdings etwas Ruhe in Oskars hektische Sinnsuche. Gerade in den berührenden Szenen zwischen dem alten Mann und dem Kind bietet der Film pädagogische Anknüpfungspunkte für eine Auseinandersetzung mit der Katastrophe von 2001 und den Folgen traumatischer Ereignisse: Im Gespräch über Verlust und Trauer können die Generationen voneinander lernen. Neben solch komplexen psychologischen Themen erlaubt das Drama auch einen Verweis auf die deutsche Literaturgeschichte, ist die kraftvoll und überzeugend gespielte Hauptfigur doch ein geistiger Verwandter des kleinen Oskar Matzerath aus Günter Grass’ Roman Die Blechtrommel.<br />
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<link>http://www.kinofenster.de/filme/neuimkino/extrem-laut-und-unglaublich-nah-film/</link>
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<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 16:11:21 +0100</pubDate>
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<item>
<title>Der Junge mit dem Fahrrad</title>
<category>Film</category>
<description><![CDATA[Der Heimjunge Cyril wartet auf seinen Vater. Unter dem Vorwand, sein Fahrrad wieder zu bekommen, versucht er ihn telefonisch zu erreichen – vergeblich. Als der Junge sich eines Tages aus dem Heim schleicht, um seinen Vater zu suchen, trifft er auf die Friseurin Samantha. Er klammert sich an sie, um nicht mehr zurück in das Heim zu müssen. Und tatsächlich beginnt Samantha von nun an, Cyril an den Wochenenden bei sich zu Hause aufzunehmen. Nachdem sie Cyrils Vater ausfindig gemacht haben, ist unmissverständlich klar, dass dieser keinen Kontakt mehr zu seinem Sohn haben will. Cyril ist niedergeschlagen und wird aggressiv. Dennoch hält Samantha weiter zu ihm – selbst als er sich mit einem Jugendlichen aus der Gegend einlässt, der als Drogendealer und Kleinkrimineller gilt.<br />
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Wie L'enfant (Belgien, Frankreich 2005) und Le Silence de Lorna – Lornas Schweigen (Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien 2008) besticht auch der neue Film der Brüder Dardenne durch seine realistische Darstellung, seine Menschlichkeit und die große Nähe zu den Figuren. Fast ausnahmslos wird aus der Perspektive von Cyril erzählt, wobei die Kamera das Geschehen in langen Einstellungen betrachtet und sich dabei mit ihm auf Augenhöhe befindet. Auch auf einen klassischen Score verzichtet der Film weitestgehend. Nur in sehr wenigen Szenen erklingt eine kurze Melodie, die dadurch umso bedeutsamer wirkt und die Situation des Jungen kommentiert. Mit dem Fahrrad schließlich – es ist das einzige, was ihm von seinem Vater geblieben ist – unterstreicht der Film zudem symbolisch die stetige Suche von Cyril nach Liebe und Geborgenheit.<br />
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Dass der Junge diese Nähe ausgerechnet bei einer Fremden findet und nicht in seiner Verwandtschaft, macht das Drama so bedrückend und regt zur Auseinandersetzung an. Die ruhige und zurückhaltende Erzählweise des Films, die dem Publikum Raum lässt für eigene Gedanken und Erklärungen, sollte dabei in die Interpretation einbezogen werden. Vor allem Cyrils Sehnsucht nach Menschen, denen er vertrauen kann, sowie die großen Enttäuschungen, die er aushalten muss, können im Unterricht als Anlass für ein Gespräch dienen. Fast ein wenig märchenhaft wirkt Samantha dabei, weil ihr Motiv, sich um Cyril zu kümmern, nicht erläutert wird und sie ihm alle Fehler vergibt. Aber somit kommt der Film auch zu einem pragmatischen Schluss. Nicht psychologische Erklärungen sind wichtig, sondern wie jemand tatsächlich handelt.<br />
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<link>http://www.kinofenster.de/filme/neuimkino/der-junge-mit-dem-fahrrad-film/</link>
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<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 17:01:10 +0100</pubDate>
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<title>Hugo Cabret</title>
<category>Film</category>
<description><![CDATA[Anfang der 1930er-Jahre in Paris: Ein zwölfjähriger Waisenjunge lebt in den Dachgewölben eines Bahnhofs und kümmert sich statt seines verschwundenen Vormunds um die riesigen Werke der Bahnhofsuhren. Seine besondere Hingabe aber gilt einem menschenähnlichen Automaten, dem zum Funktionieren nur ein Schlüssel in Form eines Herzens fehlt. Eben diesen trägt die Adoptivtochter eines im Bahnhof ansässigen Spielzeugmeisters um den Hals. Als die Kinder den Automaten zum Leben erwecken, malt er in ruckelnden Bewegungen das Titelbild eines der berühmtesten Filme des frühen Kinos aufs Papier: Die Reise zum Mond des Stummfilmregisseurs Georges Méliès, mit dem die ungewöhnliche Maschine auf geheimnisvolle Weise verbunden ist. <br />
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Martin Scorseses neuer Film ist zugleich ein nostalgisches Coming-of-Age-Drama und eine visuell berauschende Liebeserklärung an den Filmpionier Méliès, der einst mit fantastischen Stoffen und filmischen Tricks den Gegenpol zum Realismus der Gebrüder Lumière bildete. Scorsese verknüpft die fiktionalisierte Biografie von Méliès mit der Entwicklungsgeschichte des jungen Hugo und zitiert wiederholt Szenen aus alten Stummfilmen, die er mit modernster 3D-Technik dynamisch und lebendig wirken lässt. In der räumlichen Darstellung setzt Hugo Cabret neue Maßstäbe und bei den zahlreichen Kamerafahrten durch die mechanischen Uhrwerke hat man geradezu den Eindruck, sich im Inneren der analogen Filmtechnik, also Kamera und Projektor, zu befinden. <br />
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Scorseses herausragende Adaption lädt im Unterricht zu einem Vergleich zwischen dem literarischen Original und der filmischen Umsetzung ein. Dabei finden durch die beiden kindlichen Helden/innen zudem auch jüngere Schüler/innen leicht Zugang zu Stummfilmen, einer Ausdrucksform, die immer noch bezaubert. Die Anspielungen auf die ebenso einfallsreichen wie einfachen Filme aus den Méliès-Studios zeigen beispielhaft, wie sich die Filmkunst aus dem Geist der Spiel- und Experimentierfreude entwickelt hat. Zugleich wirbt der für seine Liebe zum Kino bekannte Regisseur überzeugend für einen bewahrenden Umgang mit alten Filmschätzen, was Hugo Cabret zur perfekten Vorbereitung für den Besuch eines Filmarchivs oder Filmmuseums macht. <br />
]]></description>
<link>http://www.kinofenster.de/filme/neuimkino/hugo-cabret-film/</link>
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<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 16:46:18 +0100</pubDate>
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<title>In Darkness – Eine wahre Geschichte</title>
<category>Film</category>
<description><![CDATA[1943 räumt die deutsche Besatzungsmacht gewaltsam das jüdische Ghetto in der damals polnischen Vielvölkerstadt Lemberg (polnisch: Lvóv). Der katholische Kanalarbeiter und Gelegenheitsdieb Socha entdeckt in der Kanalisation der Stadt eine Gruppe geflüchteter Juden, die ihm Geld anbieten, wenn er sie versteckt. Obwohl ihm dafür die Todesstrafe droht, willigt er ein – zunächst aus finanziellen Gründen, später aus reiner Menschlichkeit. Allerdings kann er nur zehn Juden helfen, da er nur für so viele Lebensmittel beschaffen kann. Zu deren Anführer avanciert der mutige Mundek, der sich in die junge Klara verliebt. In ihrem dunklen Versteck voller Ratten, Nässe und Gestank müssen die Juden Klassenunterschiede und Streitereien überwinden, wenn sie überleben wollen.<br />
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Film und Buchvorlage beruhen auf realen Ereignissen: 14 Monate lang überlebte eine Gruppe von Juden im Jahr 1943 in der Kanalisation von Lemberg. Folglich spielt der Löwenteil von Agnieszka Hollands authentisch wirkendem Holocaust-Drama in der klaustrophobischen Enge und der erdrückenden Dunkelheit von Kanälen. Die erfahrene Kamerafrau Jolanta Dylewska hat diese Aufgabe überzeugend durch eine suggestive Lichtführung gelöst, die wie eine Taschenlampe einzelne Personen aus der schattenhaften Düsternis hervorhebt. Lange Einstellungen verstärken zudem bei den Zuschauer/innen das Gefühl, sich ebenfalls im Untergrund der Kanalisation zu befinden. Erschwerend für die angestrebte Identifikation ist allerdings das unübersichtliche Figurenarsenal. <br />
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Die 1948 in Warschau geborene Regisseurin, die sich bei Hitlerjunge Salomon (Deutschland, Polen, Frankreich 1990) schon einmal mit dem Holocaust befasst hat, vermeidet weitgehend Gräuelbilder ebenso wie pathetische Überhöhungen – sieht man von Klischeebildern musizierender jüdischer KZ-Insassen/innen ab. Dies dürfte in Verbindung mit den starken Schauspielerleistungen die Hinführung junger Zuschauer/innen zu Schlüsselerfahrungen des Zweiten Weltkrieges wie Judenverfolgung, Rassismus, Kollaboration und Widerstand erleichtern. Die hochdramatische Konstellation des Plots regt im Unterricht zu Diskussionen über ethische Fragen an: Wie bewahrt man sich Menschlichkeit im Angesicht des Schreckens? Welche Mittel rechtfertigen das Überleben? Zur Diskussionstiefe trägt bei, dass die Figuren durchweg gebrochen sind: Die jüdischen Flüchtlinge zeigen ebenso ambivalente Charakterzüge wie auch Socha selbst, der sich vom opportunistischen Dieb zum altruistischen Helfer wandelt. <br />
]]></description>
<link>http://www.kinofenster.de/filme/neuimkino/in-darkness-film/</link>
<guid isPermaLink='false'>Film/34897</guid>
<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 15:31:17 +0100</pubDate>
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<item>
<title>Die Summe meiner einzelnen Teile</title>
<category>Film</category>
<description><![CDATA[Der Mathematiker Martin Blunt versucht nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie vergeblich, sein früheres Leben wieder aufzunehmen: Sein Arbeitgeber beschäftigt ihn nicht mehr, seine Freundin hat sich von ihm getrennt. Allein in einer Wohnung verfällt Blunt allmählich dem Alkohol, hört auf, seine Medikamente zu nehmen, verwahrlost und verliert schließlich seine Unterkunft. In einem Abrisshaus trifft der Obdachlose auf einen geheimnisvollen Jungen, der nur Russisch spricht. Die beiden freunden sich an, ziehen in den Wald, bauen eine Hütte und genießen Momente der Unbeschwertheit. Selbst eine tiefere Beziehung zur jungen Zahnarzthelferin Lena scheint sich anzubahnen. Doch das Glück währt nur kurz. Seine Psychiaterin weist Martin gegen seinen Willen wieder in die Klinik ein und konfrontiert ihn mit einer unbequemen Wahrheit. <br />
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Mit Die Summe meiner einzelnen Teile knüpft Hans Weingartner thematisch und stilistisch an sein preisgekröntes Spielfilmdebüt Das weiße Rauschen (Deutschland 2001) an. Sozialkritik mit Utopie verbindend, erzählt er erneut von der Isolation eines psychisch Kranken, wobei die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit zunehmend verwischen. Entfesselte Kamerabewegungen, hektische Schnitte, Flashbacks, bleiche Farben und ein sparsam eingesetzter Soundtrack mit atmosphärischen Gitarrenklängen vermitteln plastisch die Weltsicht des Protagonisten. Im Kontrast dazu vermitteln kalte, graue Impressionen von unwirtlichen Orten die Erfahrungen des sozialen Abstiegs. <br />
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Wie ist ein Leben ohne Angst möglich? Wofür lohnt es sich zu kämpfen? Welche Chancen eröffnet ein Ausstieg aus der Gesellschaft? Die zentralen Fragen dieses Films bieten spannende Diskussionseinstiege für den filmpädagogischen Unterricht. Schüler/innen können die konträren Standpunkte reflektieren und bewerten. Ferner können sie erörtern, inwiefern Weingartner mit seinen unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen von &quot;verrückter&quot; und &quot;normal&quot; erlebter Gegenwart Normen und tradierte Werte hinterfragt und sich dazu positionieren. Eine Schlüsselfigur in diesem Kontext ist der Junge: Welche filmischen Mittel und Details der Inszenierung sprechen für seine wirkliche Existenz, welche für eine imaginäre? <br />
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<link>http://www.kinofenster.de/filme/neuimkino/die-summe-meiner-einzelnen-teile-film/</link>
<guid isPermaLink='false'>Film/34692</guid>
<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 09:29:47 +0100</pubDate>
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<title>Fünf Freunde</title>
<category>Film</category>
<description><![CDATA[Die Geschwister Julian, Dick und Anne reisen in den Sommerferien erstmals zu Tante Fanny, Onkel Quentin und der elfjährigen Cousine Georgina ans Meer. Georgina, die sich George nennt, wird jedoch erst zugänglicher, als sie ihren Hund Timmy retten. Bald finden die Kinder heraus, dass Georges Vater entführt werden soll. Der Erfinder forscht auf einer Felseninsel an einer Energiegewinnungsanlage. Da weder Fanny noch zwei einfältige Landpolizisten den Kindern glauben, müssen die fünf Freunde – auch der Hund Timmy gehört zum Team – selbst ermitteln. Die Spuren führen zum mysteriösen Agenten Peter Turner und zwei seltsamen Tierfilmern/innen.<br />
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Die Britin Enid Blyton (1896-1968) schrieb mehr als 750 Bücher und 10.000 Kurzgeschichten und gehört zu den populärsten Kinder- und Jugendbuchautoren/innen. Die Reihe Fünf Freunde (ab 1942, deutsch ab 1953) inspirierte Filme, TV-Serien sowie Hörspielreihen und zählt zu ihren größten Erfolgen. Die Drehbuchautoren kombinierten für die erste deutsche Kinoadaption auf der Basis des Buchs Fünf Freunde auf der Felseninsel (1955) verschiedene Handlungselemente der Gesamtreihe und bauten zugleich neue Figuren wie den Polizisten Peters ein. Klar typisierte Protagonisten/innen bilden eine Palette zugkräftiger Identifikationsangebote: vom Anführer über den Witzbold bis hin zum ängstlichen Nesthäkchen. Die in warme Farben getauchte, sommerliche Küstenidylle kontrastiert effektvoll mit den Recherchen der fünf Freunde – ein Motiv, das im Text des Titelsongs explizit aufgegriffen wird. <br />
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Im Literatur- und Kunstunterricht liegt ein Vergleich der Erzählmuster mit Romanen und weiteren Filmen mit selbstbewussten Kinderdetektiven/innen wie Die drei ??? – Das Geheimnis der Geisterinsel (Florian Baxmeyer, Deutschland 2007) oder Vorstadtkrokodile (Christian Ditter, Deutschland 2009) nahe. Arbeitsgruppen können ermitteln, welche zentralen Motive der Blyton-Bücher (wie Freundschaft, Solidarität, Eigenständigkeit, Abenteuerlust, Detektivarbeit) in der Filmadaption beibehalten wurden und inwieweit der Erzählstoff modernisiert wurde oder &quot;zeitlos&quot; wirkt: Zum Beispiel tauchen in der Filmadaption lediglich Funkgeräte, aber keine Handys auf. Interessant ist auch die Frage, warum Blyton ihrer Zeit quasi voraus war, als sie vor Jahrzehnten über eine revolutionäre Energiegewinnungsmethode schrieb. Anknüpfungspunkte für eine Analyse (a-)typischer Geschlechterrollen liefern vor allem Georgina, die am liebsten ein Junge wäre, und die kleine Anne, die ängstlich und feminin wirkt. <br />
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]]></description>
<link>http://www.kinofenster.de/filme/neuimkino/fuenf-freunde-film/</link>
<guid isPermaLink='false'>Film/34768</guid>
<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 12:30:09 +0100</pubDate>
</item>

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