Beschreibung
Der Tod ist immer vielgesichtig, er fasziniert und erschreckt, man muss mit ihm todsicher rechnen und straft ihn gleichzeitig ignorant mit Todesverachtung. Seit jeher war die Todesdarstellung in der Kunst ein wichtiges Thema, um die Angst vor dem Tod dadurch zu bannen, dass man Bilder von ihm erschafft. Wurde der Tod in früheren Jahrhunderten aber eher als ein Bestandteil des Lebens aufgefasst, so verschwindet er im 20. Jahrhundert fast ganz aus dem Alltag.
Umso stärker kehrt der Tod in den Medien unseres Jahrhunderts, vor allem im Film, in den Alltag zurück. Der Tod im Film mag den Zuschauer abstoßen, er fasziniert ihn zugleich, weil es immer der Tod eines Anderen ist, nie derjenige, der den eigenen Lebensbereich berührt. Unzählige Filme erzählen seitdem von den verschiedenen Facetten des Todes: Friedrich Wilhelm Murnaus
Nosferatu greift mit der Vampirgestalt das Motiv des Untoten auf, Alfred Hitchcock revolutionierte die kompakte filmische Darstellung eines Mordes in
Psycho, Peter Greenaways
Der Bauch des Architekten evoziert durch formale Gestaltung Todesbilder, Quentin Tarantino lässt in
Deathproof Leichenteile nur so herumwirbeln.
Die Ausstellung "Die Kunst des Sterbens" im Filmmuseum zeigt in großen Bildpanoramen, inwieweit die filmische Todesdarstellung aus einer Tradition klassischer künstlerischer Todesbilder vergangener Jahrhunderte wie Malerei, "danse macabre", Literatur und Fotografie schöpft.
Das Publikum begegnet lebensgroßen Figuren des personifizierten Todes wie Dracula, Frankenstein oder dem Vamp. Interaktive Stationen zeigen, wie der Film den Tod auch abstrakt darstellt: Man begibt sich an typische Orte des Todes wie die verödete Großstadt in
Batman; hört Töne oder sieht Bildmetaphern, die den Tod ankündigen.
"Laterna Magica"-Bilder und Spielautomaten präsentieren vorfilmische Todesdarstellungen bewegter Bilder, ein Exkurs in Neuere Medien zeigt, wie Filmbilder ihrerseits andere Medien beeinflussen. Dazu sind zahlreiche Fotos und Plakate zu sehen sowie Merchandising-Artikel, die gezielt mit dem Thema für Filme werben.
Parallel zur Ausstellung läuft im Filmmuseum eine Filmreihe zum Thema.