Beschreibung
Die diesjährige EFA-Konferenz
Europe on the move - migration in the movies beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Migration – seit den 80er Jahren für viele Filmemacher/innen ein Hauptthema ihres Schaffens. Daraus ist eine neue Filmkultur entstanden, die vor allem von Einwander/innen der zweiten Generation bestimmt wird, und die eine beeindruckende Anzahl kreativer Filmschaffender hervorgebracht hat. Ihre Filme erzählen die Geschichten eines Lebens in Bewegung, das zwischen verschiedenen, teilweise konträren Kulturen oszilliert. Die Veränderung kultureller Identitäten im Angesicht der Globalisierung hat dazu geführt, dass ethnische Herkunft immer schwieriger zu verorten ist – in Film, Musik, Literatur, Mode, Lifestyle, usw. Vom cinéma beur in Frankreich und den Filmen britischer Regisseur/innen indischer oder pakistanischer Herkunft bis zu den Werken türkischstämmiger Deutscher hat dies zur Entstehung eines grenzenlosen, selbstbewussten europäischen Kinos geführt – zu dessen markantesten Eigenschaften die Tatsache zählt, dass es überall gesehen und vor allem verstanden werden kann - und das besonders von einem jungen Publikum.
Nach einer Begrüßung durch den französischen Produzenten Cedomir Kolar wird die EFA-Konferenz 2007 mit einem Gespräch zwischen dem israelischen Regisseur Amos Gitai und dem britischen Filmautor Peter Cowie eröffnet. In drei Diskussionsrunden untersucht die Konferenz anschließend die Macht der Bilder bei der Schaffung neuer transnationaler Vorbilder und der Entstehung einer neuen kulturellen Identität. Dabei wird es auch um die oft harten Bedingungen gehen, unter denen Einwander/innen und ihre Kinder heute leben: Mit einem Mangel an Perspektiven konfrontiert, entstehen hier oft Missverständnisse, die bis zum Einsatz von Gewalt führen können. Was können wir dagegen unternehmen und welche Rolle kann der Film dabei spielen?
Unter der Leitung der Journalisten Thierry Chervel und Rainer Traube sowie der Anthropologin Dr. Urmila Goel diskutieren
- Filmemacher wie Züli Aladağ, Gela Babluani, Neco Çelik, Abdellatif Kechiche und Jocelyne Saab, Marjane Satrapi und Danis Tanović mit
- der Modedesignerin Katja Fuhrmann,
- dem Soziologen Paul Scheffer,
- Daniel Cohn-Bendit (Autor und Mitglied des Europäischen Parlaments) und
- Aleksander Dzembritzki (Leiter der Rütli-Schule in Berlin-Neukölln).
Zum Programm gehört schon im Vorfeld eine kleine Filmreihe, in deren Rahmen sechs beispielhafte Werke europäischer Filmemacher/innen zum Thema Migration gezeigt werden.
Die diesjährige EFA-Konferenz wird in Zusammenarbeit mit der FFA Filmförderungsanstalt und der Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH organisiert und unterstützt durch Hauptstadtkulturfonds Berlin und Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin sowie Babylon-Mitte, Centre National de la Cinématographie (CNC), Jaguar, Land Rover, Liros, TNT und dem Medienpartner signandsight.com.
Weitere Informationen:
Helma Schleif und Silvia Rehbein
Tel.:030-8871670
Fax: 030-88716777
Programm
www.ifk.uni-bonn.de/konferenzen/EUROPEAN%20FILM%20ACADEMY.pdf