Beschreibung
Was bereitet dem Publikum Freude an Szenarien, die sich um eigentlich durchwegs negative Inhalte wie Angst, Verfolgung, Mord und Schrecken drehen? Warum fürchten sich erwachsene Zuschauer vor fiktiven Gräueln, von denen sie doch wissen, dass sie ihnen im Grunde nichts anhaben können? Wie schafft man den von so vielen ersehnten Spaß am Schrecken, die Spannung, die Gänsehaut, die gleichzeitig zur Flucht animiert und an den Kinosessel fesselt?
Dauerhafte Spannung zu erzeugen bedeutet nicht, mit vergleichsweise billigen Mitteln Effekthascherei zu betreiben, sondern ist ein komplexes Spiel mit filmdramaturgischen Erzählstrategien, das den Zuschauer über den Weg der Informationsvergabe gezielt emotional steuert und beeinflusst. Was der Zuschauer weiß, bestimmt, was er empfindet, sei es Angst, Spaß, Sympathie oder Ablehnung für einen Charakter. Der Workshop befasst sich mit den Zusammenhängen aus Information und Emotion und zeigt damit Wege auf, das Publikum intellektuell zu stimulieren und emotional zu aktivieren. Der gelungene Spaß an Rätsel und Schrecken, die Attraktion von Mystery, Thriller und Horror, und damit die Wunscherfüllung des Publikums ist das Ergebnis aus Spannungsaufbau, Figurencharakterisierung, Plotentwicklung und Dialogstrukturen und wird in einer Mischung aus Vortrag, Filmbeispielen und praktischen Übungen erklärt, erprobt und näher gebracht. Sowohl in ihren eigenen Wirkungsprinzipien untersucht als auch zu anderen Genres wie der Komödie und dem Melodram Vergleich gebracht, steht die Freude am filmischen Schrecken im Mittelpunkt des Wochenendes.
Datum: 6./7. Juni 2009, jeweils 10-18 Uhr
Dozentin: Dr. phil. Frauke Schmickl
Anmeldungen per E-mail:
andreas.braml@filmarche.de
Veranstaltungsort/ Kontakt:
filmArche e.V.
Schlesische Strasse 26
10997 Berlin
Telefon: 030-61626911
Internet:
www.filmarche.de