Filmgespräch, filmpädagogische Kinovorstellung, Lehrerfortbildung
Déjà vu. Einführung und Filmgespräch: Fahrenheit 451
18.06.2008 19:15, Bochum
Beschreibung
Am 18. Juni 2008 präsentiert die VHS Bochum in Kooperation mit dem endstation.kino im Bahnhof Langendreer e.V. François Truffauts Fahrenheit 451. Rainer Vowe führt in den Film ein und moderiert das anschließende Filmgespräch.
Der rätselhafte Titel Fahrenheit 451 bezieht sich auf die Temperatur, bei der - in Fahrenheit gemessen – Papier sich selbst entzündet. Allerdings handelt der Film nicht davon, dass bedrucktes Papier sich selbst entzündet, die Welt der Literatur sich also von selbst abschaffen könnte. Vielmehr handelt er von einem nicht so fernen Zukunftsstaat, der Besitz und Lektüre von Büchern systematisch verbietet. Deshalb ist es die Aufgabe des Feuerwehrmannes Guy Montag (Freitag aus "Robinson Crusoe" wird ausdrücklich erwähnt), die Einhaltung des Verbots zu kontrollieren und die konfiszierten Bücher zu verbrennen. Insofern liegt es nahe, an die öffentlichen Bücherverbrennungen in deutschen Universitätsstädten im Mai 1933 durch die Deutsche Studentenschaft zu denken.
Montag liebt pyromanisch seinen Beruf, während seine Frau von den flüchtigen Bildern auf großen Flachbildschirmen fasziniert ist. Als Montag jedoch auf einige Versprengte trifft, die noch an festen Buchstaben hängen, verändert er sich und wechselt die Fronten. Er flieht ins Bücherland, wo es allerdings auch keine Bücher mehr gibt, sondern nur noch das Medium, das vor der Schrift liegt: die Stimme. Die Schriften werden auswendig gelernt, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Die widerständige Gesellschaft bewegt sich also vom fortgeschrittensten Stand der Medientechnik zurück zu den ersten Anfängen.
Tatsächlich entstanden Roman (1953) und Film (1966) in einer Zeit, in der um die vom Fernsehen bedrohte Lesekultur zu fürchten aktuell war.