Beschreibung
Auf der Suche nach der eigenen Identität und geprägt durch die Wunden und Traumata der Kriegserlebnisse befinden sich die Nachfolgestaaten des einstigen Jugoslawiens derzeit im komplizierten Prozess des „nation (re-)building“.
Die filmische Dokumentation dieser Entwicklung seit den 90er Jahren ist Schwerpunktthema des goEast-Symposiums 2008, das im Rahmen des
8. Festivals des mittel- undosteuropäischen Films (goEast) veranstaltet wird. Vorträge und Diskussionen mit Gästen aus Südosteuropa und Deutschland beschäftigen sich mit Dokumentarfilmen aus dem ehemaligen Jugoslawien und stellen sie in den Kontext historischer Wurzeln und sich abzeichnender Zukunftsperspektiven.
Zur Diskussion stehen der Realitätsgehalt filmpublizistischer Feindbilder und Schuldzuweisungen auf allen Seiten einschließlich der manipulativen Tendenzen regionaler wie internationaler Auftraggeber, aber auch der Mut oppositioneller Filmarbeit bei B92 (Belgrad) oder Factum (Zagreb). Durch Verletzungen nationaler Tabus und kritischer Selbstbefragung haben sie eine Emanzipation von tief ins kollektive Unterbewusste eingeschriebenen archaischen Mythen eingeleitet. Bildlich und inhaltlich stehen die spezifischen Wege nationaler wie individueller Selbstfindung im Vordergrund.
Beleuchtet wird auch eine filmische Entwicklung, die sich von der tendenziell publizistischen Fixierung lossagt und ein breites Spektrum dramaturgisch differenziert gestalteter Dokumentarfilme aufweist.
Eine umfangreiche Reihe hierzulande wenig bekannter Filmdokumente begleitet die Konferenz.
Die simultan ins Englische übersetzten Konferenzsprachen sind Serbisch, Kroatisch, Bosnisch und Deutsch.
Programm
www.filmfestival-goeast.de/files/goeastflyersymposium_3.pdf