Animationsfilm
Im Animationsfilm werden unbewegliche Gegenstände oder Zeichnungen "zum Leben erweckt" und "beseelt" (von lateinisch: animare). Sie werden dazu in Einzelbildern aufgenommen und so aneinander montiert und abgespielt, dass der Eindruck einer Bewegung entsteht. Für eine flüssig wirkende Animation sind dabei mindestens zwölf Einzelbilder pro Filmsekunde notwendig. Die vielfältigen Techniken lassen sich in zweidimensionale (wie Zeichentrick, Legetrick, Sandanimation) und dreidimensionale Animationen (zum Beispiel Puppen- und Plastilinanimation) sowie Computeranimationen unterteilen. Bei letzteren werden die Veränderungen zwischen den einzelnen Bewegungsphasen errechnet.
Anime
Die aus dem englischen "animation" abgeleitete Abkürzung bezeichnet in Japan alle Animationsfilme ("animeeshon-eiga"). Außerhalb Japans hat sich jedoch insbesondere als Fachbegriff für Zeichentrickfilme und zunehmend auch computeranimierte Filme japanischer Herkunft eingebürgert. Charakteristisch sind die stark vereinfachte Darstellung der Figuren und deren minimalistische, präzise Animation vor realistischen Hintergründen. Animationsfilme gelten in Japan schon seit den 1970er Jahren nicht mehr nur als Kinderfilme, sondern richten sich ausdrücklich auch an Jugendliche oder Erwachsene.
Beleuchtung
In Anlehnung an die Schwarzweißfotografie unterscheidet man grundsätzlich drei Beleuchtungsstile: Der Normalstil imitiert die natürlichen Sehgewohnheiten und sorgt für eine ausgewogene Hell-Dunkel-Verteilung. Der Low-Key-Stil betont die Schattenführung und wirkt spannungssteigernd (Kriminal-, Actionfilme). Der High-Key-Stil beleuchtet die Szenerie gleichmäßig bis übermäßig und kann eine optimistische Grundstimmung verstärken (Komödie) oder den irrealen Charakter einer Szene hervorheben.
Bildkader
Als Bildkader bezeichnet man die Einzelbilder auf dem Filmstreifen. Sie sind die kleinsten optischen Einheiten.
Biopic
Ein Biopic (Filmbiografie) rekonstruiert das Leben einer meist bekannten lebenden oder toten Persönlichkeit oder dessen relevante Abschnitte. Üblich sind zum Beispiel Biografien von Politiker/innen oder Kunstschaffenden. Dabei geht es weniger um faktische Genauigkeit als um die Integration zentraler Konfliktpunkte in eine stringente Handlung. In oft fiktiv nachempfundenen Schlüsselszenen wird das Handeln der dargestellten Person symbolisch überhöht. Bekannte Beispiele sind
Nixon (USA 1995, Regie: Oliver Stone),
Lumumba (Frankreich, Belgien, Haiti, Deutschland 2000, Regie: Raoul Peck) oder
Walk the Line (USA 2005, Regie: James Mangold).
Blende/Überblendung
Neben dem Schnitt ist die Blende oder Überblendung die gängigste Form, zwei im Film aufeinander folgende Szenen zu verbinden. Bei der Abblende/Schwarzblende verdunkelt sich das Bild am Ende einer Szene, bei der Aufblende/Weißblende löst es sich in eine weiße Fläche auf, was jeweils auch durch eine Kamerabewegung auf eine dunkle oder helle Fläche hin zu erreichen ist. Die Überblendung ist eine Kombination aus Ab- und Aufblende, die einen fließenden Übergang zwischen zwei Szenen ermöglicht. Die Wischblende ist ein im Kopierwerk oder digital erzeugter Effekt, bei dem ein neues Bild das bisherige beiseite schiebt. Die vor allem in Filmklassikern zu beobachtende Irisblende oder Kreisblende reduziert das rechteckige Filmbild am Szenenende auf einen kreisförmigen, sich verengenden Ausschnitt, der besondere Aufmerksamkeit bewirkt.
Blue Screen
Die Blue Screen-Technik, auch Blue Box-Technik genannt, ist ein Trickmischverfahren, bei dem Personen nachträglich vor einen anderen Hintergrund gesetzt werden können. Dieser enthält eine reale Aufnahme oder eine Computergrafik. Dazu werden die Darsteller/innen vor einem monochromen, traditionell blauen Hintergrund gefilmt, der als Platzhalter für den gewünschten Hintergrund dient. Im Anschluss werden die blauen Anteile herausgefiltert und die Person/en so freigestellt. Danach werden der neue Hintergrundfilm und der freigestellte Vordergrundfilm miteinander kombiniert.
Cadrage
Die Cadrage (frz.: le cadre; Rahmen) bezeichnet in technischer Hinsicht das Seitenverhältnis des auf der Leinwand sichtbaren Bildausschnitts (Verhältnis von Bildhöhe zu Bildbreite, z. B. Cinemascope 1:2,35), in ästhetischer die Platzierung von Gegenständen und Personen im filmischen Raum. Diese Bildkomposition beeinflusst die emotionale Wirkung von Filmbildern und Szenen.
Cinéma Vérité
Cinéma Vérité bezeichnet eine Entwicklung des
Dokumentarfilms, die vor allem mit der Ästhetik des ethnologischen Filmemachers Jean Rouch verbunden wird. Der Begriff selbst geht auf das Konzept der "Kinowahrheit" des sowjetischen Filmemachers Dziga Vertov zurück. Cinéma Vérité bedeutet im Wesentlichen, dass sich die "Wirklichkeit" im Dokumentarfilm erst im Produktionsprozess des Filmemachens entfaltet (Interaktion von Kamera und Protagonisten/innen, Wechselwirkung von Bild,
Musik und
Montage). Anders als in der sich zeitgleich in den USA entwickelnden Bewegung des
Direct Cinema, die das Ziel verfolgte, die Kamera unsichtbar werden zu lassen - wie eine Fliege an der Wand - war die Präsenz der Kamera im Bild beim Cinema Vérité wesentlich, um "Wahrheit" entstehen zu lassen.
Cinemascope
Ein Super-Breitwandformat, das in den 1950er-Jahren in Konkurrenz zum Fernsehen eingeführt wurde und das Besondere eines Kinoerlebnisses verstärkt. Das Seitenverhältnis beträgt 1:2,35 und erweitert den Bildraum der bekannten Breitwandverfahren (1:1,66 bzw. 1:1,85) um etwa 20 Prozent und den des Fernsehformats (1:1,37) um nahezu das Doppelte. Cinemascope stellt besondere Anforderungen an die ästhetische Gestaltung des Bildraums. Es ist ein genuines Kinoformat, das bei der Fernsehausstrahlung entweder zu großen schwarzen Balken am oberen und unteren Bildrand führt oder bei einer Vollbildausstrahlung zum Verlust der Bildinformation an den rechten und linken Seiten.
Coming-of-Age-Filme
Sammelbegriff für Filme, in denen jugendliche Hauptfiguren erstmals mit grundlegenden menschlichen Fragen oder Gefühlen konfrontiert sind und langsam erwachsen werden.
Digitales Filmen
Digitale Filmkameras arbeiten mit Bildsensoren anstelle von Filmstreifen. Während die Nachbearbeitung von Filmen schon lange am Computer erfolgt, setzen sich digitale Filmkameras erst in jüngster Zeit durch.
Dogma '95
Eine von den dänischen Regisseuren Lars von Trier und Thomas Vinterberg initiierte Bewegung, die sich 1995 mit einem Manifest zu Wort meldete. Darin wurden grundlegende Forderungen für die Filmproduktion wie der ausschließliche Einsatz von Handkamera, der Verzicht auf künstliches Licht, keine Score-Musik etc. definiert. Ziel war eine Abkehr vom Kino der Effekte, um einer unmittelbareren Wirklichkeitserfahrung wieder mehr Raum zu verschaffen.
Dokumentarfilm
Im weitesten Sinne bezeichnet der Begriff non-fiktionale Filme, die mit Material, das sie in der Realität vorfinden, einen Aspekt der Wirklichkeit abbilden. John Grierson, der den Begriff prägte, verstand darunter den Versuch, mit der Kamera eine wahre, aber dennoch dramatisierte Version des Lebens zu erstellen; er verlangte von Dokumentarfilmer/innen einen schöpferischen Umgang mit der Realität. Im Allgemeinen verbindet sich mit dem Dokumentarfilm ein Anspruch an Authentizität, Wahrheit und einen sozialkritischen Impetus, oft und fälschlicherweise auch an Objektivität. In den letzten Jahren ist der Trend zu beobachten, dass in Mischformen (Doku-Drama, Fake-Doku) dokumentarische und fiktionale Elemente ineinander fließen und sich Genregrenzen auflösen.
Einstellungsgrößen
In der Filmpraxis haben sich bestimmte Einstellungsgrößen durchgesetzt, die sich an dem im Bild sichtbaren Ausschnitt einer Person orientieren: Die Detailaufnahme umfasst nur bestimmte Körperteile wie etwa die Augen oder Hände, die Großaufnahme (engl.: close up) bildet den Kopf komplett oder leicht angeschnitten ab, die Naheinstellung erfasst den Körper bis etwa zur Brust („Passfoto“). Der Sonderfall der Amerikanischen Einstellung, die erstmals im Western verwendet wurde, zeigt eine Person vom Colt beziehungsweise der Hüfte an aufwärts und ähnelt sehr der Halbnah-Einstellung, in der etwa zwei Drittel des Körpers zu sehen sind. Die Halbtotale erfasst eine Person komplett in ihrer Umgebung und die Totale präsentiert die maximale Bildfläche mit allen agierenden Personen; sie wird häufig als einführende Einstellung (engl.: establishing shot) oder zur Orientierung verwendet. Die Panoramaeinstellung zeigt eine Landschaft so weiträumig, dass der Mensch darin verschwindend klein ist.