Bildungsrelevant, weil der Film mit einfachen Bildern für Kinder im Kita- und Vorschulalter vom Überwinden von Vorurteilen und der Entstehung einer Freundschaft erzählt.

Die Geschichte: Der Neue von nebenan wird zum Freund

Als draußen der erste Schnee zu fallen beginnt, sitzen der Kater Tommy Tom und seine beste Freundin, die Katze Mauzi Maus, noch im warmen Haus. Doch ihre Neugier und Abenteuerlust ist groß. Wie geht es bei diesem Wetter wohl den anderen Tieren da draußen? Und wer ist wohl vor kurzem nebenan eingezogen? Während Mauzi eher vorsichtig ist, ist Tommy mutiger. Er wagt sich in das Haus auf dem Nachbarsgrundstück und trifft dort auf einen großen Hund. Erschrocken geht Tommy ihm aus dem Weg, nicht ahnend, dass der Kläffer eigentlich ganz freundlich ist und sich sehr einsam fühlt. Statt mit ihm zu spielen, macht sich der Kater mit seiner Freundin und einer Eichhörnchenfamilie auf den Weg zu den verschneiten Dünen, um dort zu rodeln. Doch das Schlittenfahren ist schwieriger als gedacht. Doch dann taucht plötzlich der Hund auf – und hat eine Rutschtechnik, die allen Spaß macht.

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Filmische Umsetzung: Vom Bilderbuch zum Animationsfilm

Der 2D-Zum Inhalt: Animationsfilm "Tommy Tom" beruht auf der niederländischen Bilderbuchreihe Dikkie Dik von Autorin und Illustratorin Jet Boeke und orientiert sich an deren grafischer und narrativer Gestaltung. So wird der Film geprägt von flächigen, übersichtlichen und in klaren Farben (Glossar: Zum Inhalt: Farbgestaltung) gehaltenen Zeichnungen, die den Blick auf das Wesentliche bewahren und Kinoanfänger/-innen nicht überfordern. Auch die Anzahl der Figuren ist überschaubar. Namen tragen nur Tommy und seine Freundin Mauzi, alle anderen Tiere sind schlicht nach ihrer Tierart benannt. Zudem unterscheiden sich die Tiere in ihren jeweiligen Eigenschaften: Tommy ist mutig, Mauzi ängstlich, Hund einsam, die Hasen frech, die Eichhörnchen vorwitzig. Zum Bilderbuchstil passt auch der Zum Inhalt: Voiceover-Kommentar, der die sich langsam entwickelnde Handlung stets einordnet und begleitet.

Thema: Kino zum Mitmachen

Noch bevor das Anfangslied des Films (Glossar: Zum Inhalt: Filmmusik) zu hören ist, lädt ein Klatschen auf der Tonspur sowie eine Stimme aus dem Off (Glossar: Zum Inhalt: Off-/On-Ton) die Zuschauer/-innen zum Mitmachen ein. Der niederländische Animationsfilm durchbricht damit die so genannte Zum Inhalt: Vierte Wand, ist von Anfang an interaktiv angelegt und versteht den Kinobesuch und das Filmerleben als gemeinschaftlichen aktiven Prozess. Damit imitiert er zugleich die Situation beim Vorlesen eines Bilderbuchs, bei dem die jungen Zuhörer/-innen ebenfalls zum Miterzählen und Entdecken eingeladen werden. Verstärkt wird dieser Effekt im Film durch die Einbindung weiterer Off-Stimmen: Kinder kommentieren ebenfalls die Handlung und greifen exemplarisch in die Handlung ein, indem sie Tommy etwa zurufen, endlich aufzuwachen oder in eine bestimmte Richtung zu gehen. Die Handlung, die über die Überwindung von Vorurteilen und von der Kraft des Miteinanders erzählt, wird so den Kindern vor der Leinwand nicht einfach vorgesetzt; sie wird miterlebt und mitgestaltet.

Kritische Aspekte: Stereotype

In der Rollenverteilung seiner Charaktere bedient der Film Geschlechterstereotype. So wird der Titelheld Kater Tommy Tom etwa als mutig und neugierig charakterisiert, während seine Freundin Mauzi ängstlich und vorsichtig ist.

Fragen für ein Filmgespräch

  • Welche Charaktereigenschaften haben die Tiere im Film (Kater, Katze, Hund, Ente, Hase, Eichhörnchen)?

  • Wie findet ihr das Verhalten von Mauzi Maus? Warum will sie nicht mit Hund spielen?

  • Welche Erzähler/-innen sind zu hören? Wie verändern sie die Geschichte? Könnte man die Filmgeschichte auch ohne sie verstehen?

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