Kategorie: Filmbesprechung
"Monster Mia"
Animationsfilmspaß: Als Mia von der Schule fliegt, findet sie sich auf der Finsterwald Academy unversehens unter lauter Monstern wieder!
Unterrichtsfächer
Thema
Bildungsrelevant, weil der Animationsfilm Kindern auf kurzweilige Weise deutlich macht, wie hilfreich ein Perspektivwechsel für gegenseitiges Verstehen und Freundschaft sein kann.
Die Geschichte: Von Menschen und Monstern
Das biedere Städtchen Lilienthal ist mächtig stolz: Seit 500 Jahren ist es monsterfrei, was in einem großen Festakt gefeiert werden soll. Das passt Mia überhaupt nicht, denn die Schülerin liebt Monster und ist überzeugt davon, dass es sie noch gibt. Als das Mädchen es mit ihren Nachforschungen auf die Spitze treibt, fliegt es von der Schule und wird auf die Finsterwald Academy vor den Toren der Stadt verwiesen. Und das ist, wie Mia schnell herausfindet, eine Schule für echte Monster. Begeistert sammelt sie vom ersten Schultag an Beweise, muss aber ihre wahre Identität verstecken. Denn Monster fürchten Menschen und würden ihr sofort den Garaus machen. Als „Tutu-Monster“ getarnt, lernt Mia nette Monster-Mitschüler/-innen kennen und erfährt viel Neues. Und als sie schließlich als Mensch auffliegt, halten ihre Monster-Freund/-innen tatsächlich zu ihr! So gelingt es ihnen gemeinsam, den finsteren Plan von Schulleiter Van Vlad zu vereiteln: Er will alle Menschen in Monster verwandeln und die Menschheit auslöschen. Im Kampf Seite an Seite lernen Menschen wie Monster, dass die jeweils anderen Wesen gar nicht so schrecklich sind, wie man denkt, und ein Miteinander sehr wertvoll sein kann.
Filmische Umsetzung: Gängige 3D-Computeranimation mit originellen Details
Das überdrehte Erzähltempo und der 3D-Look von "Monster Mia" orientieren sich weitgehend an den Standards aktueller computergenerierter Mainstream-Zum Inhalt: Animationsfilme: Die dargestellte Welt ist kunterbunt bis bonbonfarben (Glossar: Zum Inhalt: Farbgestaltung), Lilienthal eine überaufgeräumte Kleinstadt, die Figuren haben große Augen, die Gefühle sind ihnen eindeutig ins Gesicht geschrieben. Ein charmantes Detail betrifft die Hauptfigur Mia: Ihre Emotionen werden zusätzlich in gekritzelten Symbolen sichtbar, die um ihren Kopf herumschwirren. Überhaupt punktet der Film mit originellen Ideen in der Figurenzeichnung, mit Situationskomik und visuellen Gags. Dabei spielt er mit Filmzitaten wie der Silhouette von Van Vlad, die an den Vampir aus dem Stummfilmklassiker Zum Filmarchiv: "Nosferatu – eine Symphonie des Grauens" (Friedrich Wilhelm Murnau, DE 1922) erinnert, oder Anspielungen auf das "Harry Potter"-Universum.
Das Thema: Kennenlernen statt Fürchten
Monster Mia macht das Gruseln selbst zum Thema und verhandelt das Wesen des Sich-Fürchtens: Wer hat Angst vor wem und warum? Die Lilienthaler/-innen zittern beim Gedanken an Monster, die Monster wiederum fürchten sich vor den Menschen; Mia findet Grabwürmer und Spinnensuppe fürchterlich, Monster Oscar ekelt sich vor Muffins. Durch den Perspektivwechsel – die Darstellung der Welt aus dem Blickwinkel der Monster – so wie auch Mias mutiges Erkunden der fremden, furchtbesetzten Welt wird dem jungen Publikum deutlich gemacht, dass man seine Angst überwinden kann: Wer das Unbekannte näher kennenlernt, braucht sich nicht zu fürchten. Im Gegenteil: Im unbekannten „Anderen“ liegt viel Liebenswertes und warten ungeahnte Freundschaften.
Fragen für ein Filmgespräch
Warum fürchten sich die Menschen in Lilienthal vor Monstern? Und vor was haben Monster Angst?
Durch welche Gestaltungsmittel wissen wir immer, wie sich Mia fühlt?
Am Ende werden Menschen und Monster Freunde, weil sie sich kennenlernen und merken, dass sie keine Angst voreinander haben müssen. Kann man die Geschichte auch auf unsere echte Welt übertragen?