Kategorie: Unterrichtsmaterial
Spielfilme über das Filmemachen – Arbeitsblatt 2: Filmpraktische Übung zum Durchbrechen der vierten Wand
Ein filmpraktisches Arbeitsblatt zur Serie "Malcolm mittendrin" für die Fächer Deutsch, Kunst und Darstellendes Spiel
Arbeitsblatt zum Dossier Spielfilme über das Filmemachen – Filmpraktische Übung zum Durchbrechen der vierten Wand am Beispiel von "Malcolm mittendrin" ("Malcolm in the Middle", Linwood Boomer, USA 2000-2006)
Es gibt Filme und Serien, in denen Figuren plötzlich direkt in die Kamera schauen und das Publikum ansprechen – als ob sie wüssten, dass sie beobachtet werden. In anderen Filmen sieht man im Bild offensichtlich ein Mikrofon oder eine Kamera, die in der gezeigten Welt eigentlich nichts zu suchen haben. Solche Effekte, die einem bewusst machen: Das hier ist kein echter Moment – das ist ein Film, nennt man Durchbrechen der vierten Wand.
Die vierte Wand ist die unsichtbare Grenze zwischen dem Publikum und der Filmwelt. Normalerweise werden Mikrofone, Lampen, Kameras und Crewmitglieder nicht gezeigt, Schauspieler/-innen tun so, als ob diese Wand existiert – sie schauen nie in die Kamera, reagieren nicht auf das Publikum und benehmen sich so, als ob sie wirklich in der Filmwelt lebten. Wenn diese Wand durchbrochen wird, fühlt sich das für Zuschauer/-innen überraschend, lustig, verstörend oder besonders direkt an.
a) Schaut euch folgendenZum externen Inhalt: Clip aus der Serie "Malcolm mittendrin" (öffnet im neuen Tab) an. Wann durchbricht Malcolm die vierte Wand? Wie wirkt das auf euch?
b) Was glaubst du: Warum wollen Regisseur/-innen die vierte Wand durchbrechen?
c) Wenn ihr einen spannenden Film schaut, vergesst ihr oft alles um euch herum. Was passiert mit eurer Spannung oder eurem Mitfiebern mit einer Figur, wenn diese plötzlich aus ihrer Rolle bricht? Diskutiert: Ist das ein "Störfaktor" oder macht es den Film interessanter?
Vorbereitung der filmpraktischen Übung:
d) Bildet Vierer-Gruppen und überlegt euch eine Situation aus dem Alltag (zum Beispiel Zähneputzen oder Hausaufgaben machen). Was könnte das Publikum hören oder sehen, damit es merkt: Das ist ein Dreh?
e) Benennt klare Punkte, die das Durchbrechen der vierten Wand deutlich sichtbar machen. Lest vorab die Definition der Zum Inhalt: Vierten Wand.
f) Bereitet für eure Zum Inhalt: Szene ein kurzes Zum Inhalt: Drehbuch (maximal zwei Minuten) sowie ein Zum Inhalt: Storyboard vor. Erstellt eine Version, in welcher die Handlung und Dialoge normal vonstattengehen und eine, in welcher zwischendrin die vierte Wand durchbrochen wird. Achtet auf verschiedene Zum Inhalt: Einstellungsgrößen und Zum Inhalt: Kameraperspektiven.
g) Probt die Abläufe, bis ihr beide sicher aufführen könnt.
Dreh und Reflexion:
h) Dreht mit eurem Smartphone beide Zum Inhalt: Sequenzen. Achtet darauf, genügend Akku und Speicherplatz für euren Filmdreh zu haben.
i) Schneidet beide Sequenzen mit einer App wie CapCut oder iMovie auf eurem Smartphone oder Tablet. Alternativ kann das Material auch auf einem Computer zusammengeschnitten werden.
j) Präsentiert eure Ergebnisse im Plenum und reflektiert eure Arbeit. Vergleicht die beiden Sequenzen. Wie wirkt das Durchbrechen der vierten Wand auf euch? Wofür findet ihr den Einsatz dieses Mittels sinnvoll?