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Didaktisch-methodischer-Kommentar-Nouvelle-Vague

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Arbeitsblatt 1 zum Dossier Spielfilme über das Filmemachen: "Nouvelle Vague" (Richard Linklater, FR/USA 2025) – Heranführung an den Film

Vor der Filmsichtung

a) Wie entsteht ein Film? Welche Phasen der Entstehung fallen euch ein? Wer ist beteiligt und je für welche Aufgaben verantwortlich? Tauscht euch im Plenum aus und macht euch Notizen. Vergleicht eure Überlegungen mit dem Abschnitt "Phasen der Filmproduktion" des folgenden Zum externen Inhalt: Artikels (öffnet im neuen Tab).

b) Zum Inhalt: Außer Atem ("À bout de souffle", Jean-Luc Godard, FR 1960) ist der vielleicht berühmteste Film der sogenannten Nouvelle Vague. Seht euch den Zum externen Inhalt: Trailer (öffnet im neuen Tab) an und tauscht euch im Plenum darüber aus, wie er euch gefallen hat und was euch aufgefallen ist. Recherchiert dann arbeitsteilig zur Bewegung der Nouvelle Vague. Stellt euch eure Ergebnisse im Plenum vor und fasst sie in einer Form eurer Wahl zusammen (beispielsweise Lernplakat, Padlet).
- Für was steht der Begriff "Nouvelle Vague"?
- Was sind die Cahiers du cinéma und welche Rolle spielten sie?
- Was kann unter der politique des auteurs/Autorentheorie verstanden werden?
- Welche Vorbilder hatten die Filmschaffenden der Nouvelle Vague?
- Auf welche Art und Weise machten sie Filme und was war das radikal Neue?
- Welche Regisseur/-innen waren Teil der Nouvelle Vague?

Folgende Kinofenster-Artikel können euch bei eurer Recherche helfen:
- Zum externen Inhalt: Nouvelle Vague (öffnet im neuen Tab)
- Zum externen Inhalt: Autorenfilm (öffnet im neuen Tab)
- Zum Filmarchiv: "Außer Atem"

c) Stellt euch nun vor, ihr selbst würdet einen Film über die Entstehungsgeschichte von "Außer Atem" oder auch eines anderen Films der Nouvelle Vague realisieren. Was wäre euch auf inhaltlicher, was auf filmästhetischer Ebene wichtig und warum? Tauscht euch im Plenum aus.

Während der Filmsichtung

d) Achtet während der Filmsichtung auf Folgendes:

Inhalt:
Wer gehört alles zum Filmteam? Wie wird die Beziehung zwischen Regisseur Jean-Luc Godard und den jeweiligen Filmschaffenden, und wie Godards Arbeitsweise dargestellt?

Filmästhetik:
Achtet darauf, ob der Film selbst filmästhetische Mittel nutzt, die für die Nouvelle Vague typisch waren (Arbeitsschritt b)).

Hinweis: Macht euch während und direkt nach der Filmsichtung stichpunktartige Notizen.

Nach der Filmsichtung

e) Wie hat der Film auf euch gewirkt? Was fandet ihr besonders gelungen, was weniger? Habt ihr Fragen? Tauscht euch im Plenum aus.

f) Arbeitet zu viert und tauscht euch über eure Beobachtungen aus. Vergleicht zudem eure eigenen Ideen (Arbeitsschritt c)) mit dem tatsächlichen Film.

g) Lest zunächst die Äußerungen von Regisseur Richard Linklater sowie der Kritikerin Florence Colombani. Erörtert diese.

Richard Linklater: Es gab zu diesem Zeitpunkt eine Revolution des Kinos, die man in meinem Film beobachten kann. Eine Revolution der Art und Weise zu filmen, zu schauspielern und in der Art zu sein. Und ich hatte Lust, diese Revolution zu filmen.
Deutsche Übersetzung, Zum externen Inhalt: www.franceinfo.fr (öffnet im neuen Tab)

Florence Colombani: Der Film "Außer Atem" gilt als ein absolut revolutionäres Werk, das die Grammatik des Kinos grundlegend verändert hat. Meiner Meinung nach liegt das eigentliche Wunder dieses Films jedoch nicht im Dreh, sondern im Schnitt. Genau darüber wird im Film "Nouvelle Vague" von Richard Linklater kaum gesprochen. Dort sieht man vor allem einen Dreh, bei dem ohne richtiges Drehbuch gearbeitet wird, man weiß nicht genau, was man filmen wird, macht ein paar Witze und bewegt die Kamera auf ungewöhnliche Weise – und alle haben Spaß daran. Doch das ist nicht das, was die eigentliche Revolution von "Außer Atem" ausgemacht hat. Ich hatte das Gefühl, hereingelegt worden zu sein: Der Film verspricht zu erklären, worin das Wunder von "Außer Atem" und die Revolution von Jean-Luc Godard bestehen – doch dieses Versprechen wird nicht eingelöst.

Deutsche Übersetzung, Zum externen Inhalt: www.radiofrance.fr (öffnet im neuen Tab)

h) Ziel der Nouvelle Vague war es, das Unmittelbare und Zufällige, das Leben, so wie es tatsächlich ist, einzufangen. Geht in Kleingruppen zusammen und dreht einen Kurzfilm, in dem ihr etwas, das euer Leben gerade ausmacht, einfangt. Das kann alles sein – ein Einkauf im Supermarkt, eine Schulstunde, ein Spaziergang, ein Treffen mit Freunden, ein Gespräch mit euch selbst etc.. Ihr könnt auch mit Zitaten, Gegenständen oder Kunstwerken arbeiten. Auch auf filmästhetischer Ebene ist alles erlaubt. Auch, dass euer Film vielleicht den Beginn einer neuen Epoche der Filmgeschichte markieren wird. Arbeitsschritte der Drehplanung, Durchführung und Montage findet ihr in den Arbeitsblättern 2 und 3 in diesem Dossier.

Optional:

i) Organisiert ein Kurzfilmfestival, auf dem ihr euch eure Filme anseht. Nach jedem Film kommt je das Filmteam auf die Bühne und wird von der Festivalleitung (drei Mitschüler/-innen) zum Inhalt und zur Ästhetik des Films sowie zu seiner Entstehungsgeschichte befragt. Nach dem Interview tragt ihr auf das vorgesehene Blatt jeweils den Filmtitel ein und vergebt die Sterne, die der Film eurer Meinung nach verdient. Am Schluss wird ausgezählt und der Gewinnerfilm erhält den Publikumspreis. Schön ist, wenn es zum Festival ein ästhetisch ansprechendes Plakat gibt, auf dem eure Filme angekündigt werden. Noch schöner, wenn es für jeden Film auch ein Filmplakat gibt.

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