Kategorie: Filmbesprechung
"Zombriella"
Gruselfilm für Kinder: In seinen Träumen fürchtet sich der achtjährige Mika vor Zombies – bis er eine gleichaltrige Untote kennenlernt.
Unterrichtsfächer
Thema
Link zum Kurzfilm "Zombriella "in der ARD-Mediathek:
Zum externen Inhalt: https://www.ardmediathek.de/video/geschichten-von-ueberall/zombriella/sr/Y3JpZDovL3NyLmRlL0dWVUVfMTUwMDgx?isChildContent (öffnet im neuen Tab)
Bildungsrelevant, weil der lustige Gruselfilm Kindern einen geschützten Rahmen bietet, sich mit dem Gefühl der Angst auseinanderzusetzen.
Die Geschichte: Eine ungewöhnliche Freundschaft
Während andere friedlich schlummern, wird der achtjährige Miko in seinen Träumen von gruseligen Zombies verfolgt. Kein Wunder, dass er nicht richtig schlafen kann! Sein älterer Bruder Steve macht sich über ihn lustig, gibt ihm aber auch einen Tipp: Um seine Angst zu überwinden, soll Miko den Monstern zeigen, wer der Boss ist – so wie Steve, der fortan auf dem Quad-Bike durch Mikos Traumwelt rast und ihn lässig vor einer Zombie-Horde rettet. Doch dann träumt Miko, dass er im Wald ein Zombie-Mädchen trifft. Seine neue Freundin röchelt zwar, statt zu sprechen, und sieht etwas unheimlich aus, aber eigentlich ist sie echt nett! Zombriella hilft Miko, Fische fürs Abendbrot zu angeln, spielt mit ihm Verstecken und stellt ihn sogar ihrer Zombie-Familie vor: Vielleicht muss Miko die Monster in seinem Kopf gar nicht besiegen, um keine Angst mehr zu haben, sondern sie einfach besser kennenlernen?
Filmische Umsetzung: Gruseln im geschützten Rahmen
Ein Zombiefilm für Kinder – geht das? "Zombriella" greift genretypische Elemente (Glossar: Zum Inhalt: Genre) des Zum Inhalt: Horror- und Katastrophenfilms unterhaltsam auf, federt dabei aber die daraus entstehende Spannung kindgerecht ab. Das gelingt insbesondere durch die klare Trennung zwischen Mikos abenteuerlicher Traumwelt und der sicheren Alltagsrealität, in die er immer wieder zurückkehrt. Schon die ersten Filmminuten vermitteln, dass von den Zombies keine reale Bedrohung ausgeht. Trotzdem können wir Mikos Angst nachfühlen. Zum Inhalt: Ausstattung, Zum Inhalt: Sound-Design und Zum Inhalt: Filmmusik erzeugen eine gruselige Stimmung: Während Mikos Zuhause in der echten Welt hell und freundlich erscheint, überziehen in seinen Träumen graue Wolken den Himmel. Die Farben sind gedämpft (Glossar: Zum Inhalt: Farbgestaltung). Die grün-braune Palette, der trügerisch stille Wald und die verlassenen Autos am Wegrand erinnern an den Zum Inhalt: Science-Fiction-Klassiker Zum Filmarchiv: "Jurassic Park" (Steven Spielberg, USA 1993/2013). Vor allem aber spielt der Film mit der Figur des Zombies, der als stolpernder, röchelnder Untoter durch das Kino geprägt wurde. Auch hier bewegen sich die Monster erst ungelenk, sehen blass und schaurig aus und werden von einer unheimlichen Geräuschkulisse begleitet. Doch der Eindruck täuscht, und als Miko im Laufe der Geschichte die Angst vor ihnen verliert, hellt sich der Himmel auf und die Musik wird beschwingter: Die Traumwelt wirkt auf einmal gar nicht mehr so gruselig.
Das Thema: Angst mit Neugier begegnen
Im geschützten Rahmen einer offensichtlich geträumten Geschichte ermöglicht der Film eine Auseinandersetzung mit dem Thema Angst: Wie entsteht Angst und wie fühlt sie sich an? Wie kann man Angst überwinden? Wozu kann sie aber auch nützlich sein? Monster geben unseren Ängsten eine konkrete Gestalt: So stehen Zombies häufig für die Furcht vor dem Unbekannten. Miko stellt sich seiner Angst nicht, indem er die Monster bekämpft, sondern indem er sie besser kennenlernt. So ermutigt "Zombriella" dazu, der eigenen Angst mit Neugier zu begegnen und auf Unbekanntes mit Offenheit statt mit Ablehnung zu reagieren. Zugleich bietet der Kurzfilm einen kindgerechten Zugang zu den Konventionen des Horror- und Gruselgenres.
Fragen für ein Filmgespräch
Wie fühlt sich Miko am Anfang des Films? Wie fühlt er sich am Ende? Was hat sich verändert?
An welchen Stellen habt ihr euch im Film gegruselt? Was genau fandet ihr daran unheimlich? Beschreibt, was ihr gesehen und gehört habt.
Was hilft Miko im Film, weniger Angst zu haben? Was könnte anderen Kindern helfen?