Bildungsrelevant, weil der Film kindgerecht in das Thema der Verfolgung jüdischer Menschen durch die Nationalsozialisten einführt.

Inhalt: Mit dem Fahrstuhl in die Vergangenheit

Karlis Eltern haben ein altes Grand Hotel im Salzburger Land gekauft, das noch renoviert werden muss. Als der 12-Jährige eine Fahrt mit dem klapprigen Aufzug macht, flackert das Licht – und als die Tür aufgeht, befindet sich dahinter das gleiche Hotel, nur im Jahr 1938: Der Empfang ist mit Hakenkreuzen dekoriert, im Foyer liegt Der Stürmer aus. Karli freundet sich mit der gleichaltrigen Hannah an und erlebt befremdet, wie sie von den Söhnen eines Nazi-Funktionärs als "Judenmädchen" beschimpft wird. Als bei dem jungen Schuhputzer Georg Geldscheine und Juwelen gefunden werden, beschließen Hannah und Karli, herauszufinden, wo die Schätze herkommen – denn gestohlen hat Georg sie nicht, da sind sie sich sicher.

Wenn Sie diesen Drittanbieter-Inhalt von www.youtube-nocookie.com aktivieren, ermöglichen Sie dem betreffenden Anbieter, Ihre Nutzungsdaten zu erheben. Weitere Informationen zur Nutzung von Drittanbieter-Inhalten erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Externer Link: Datenschutzerklärung anzeigen

Filmische Umsetzung: Geschichte aus neuer Perspektive

In seinem Zum Inhalt: Kinderfilm hat Norbert Lechner Vergangenheit und Gegenwart auch visuell als Kontrast inszeniert (Glossar: Zum Inhalt: Mise-en-scène/Inszenierung): Gegen die chaotische Hotelbaustelle von heute vermittelt das aufgeräumte Grand Hotel der 1930er-Jahre eine Sphäre strenger Ordnung – Szenenbild (Glossar: Zum Inhalt: Production Design), Zum Inhalt: Requisite und Zum Inhalt: Kostüme folgen hier stereotypen Erwartungen an die Zeit. Anders als Hannah kann Karli mit dem Aufzug zwischen diesen beiden Welten hin- und zurückfahren. Daher kann er seine Eltern immer wieder nach der Geschichte des Hauses und zum Nationalsozialismus befragen und selbst mit dem Smartphone recherchieren. Die systematische Ermordung der Jüdinnen und Juden erwähnt der Film in diesem Zusammenhang nicht explizit. Im Jahr 1938 folgen Karli und Hannah, deren Perspektive der Film einnimmt, unterstützt von Georg, verdächtigen Spuren und stoßen dabei auf ein Geheimnis, das mit den politischen Entwicklungen der NS-Zeit zu tun hat. Die Kriminalgeschichte dient letztlich dazu, tiefer in historische Details einzusteigen.

Inhalt: Vergangenes wird erlebbar

Das Zum Inhalt: Drehbuch ermöglicht Karli, seine Freund/-innen zumindest in groben Zügen vor dem zu warnen, was auf sie zukommen wird. Nur sein geringes Wissen über die NS-Zeit verhindert, dass er die Vergangenheit tatsächlich verändert; "Das geheime Stockwerk" vermeidet so ein Paradoxon, das in Zeitreisefilmen wie "Zurück in die Zukunft" ("Back to the Future", Robert Zemeckis, USA 1985) die Handlung vorantreibt. Geschichte wird hier direkt erlebbar und zugleich in Kontrast gesetzt mit einer gegenwärtigen Welterfahrung: Für Karli ist nicht nur unbegreiflich, wie Hannah behandelt wird, ihm fällt auch schwer, zu verstehen, wie gefährlich eine Konfrontation mit Nazis sein könnte.

Kritische Aspekte: Vereinfachungen und dramaturgische Konventionen

Die Komplexität sowohl der politischen Verhältnisse im Jahr 1938 als auch der Dynamiken und Abhängigkeiten innerhalb des Hotels sind stark vereinfacht: Hannah und Georg, die Kinder aus der NS-Zeit, wirken in Sprache und Habitus gelegentlich zu zeitgenössisch, und auch die Dualität von guten und bösen Figuren ist etwas schlicht. Die Detektivstory überzeugt so nicht durchgehend, sorgt aber dafür, dass der Film sich nicht nur wie Geschichtsunterricht anfühlt.

Fragen für ein Filmgespräch:

  • Karli kann Hannah und Georg zunächst nicht viel davon erzählen, was ab 1938 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs passieren wird. Was weißt du davon? Wovor würdest du die beiden warnen?

  • Wie unterscheidet sich Karli von Hannah und Georg, was Kleidung und Frisur angeht? Wie versucht er sich an die Mode von 1938 anzupassen?

  • Wie informiert sich Karli über die Judenverfolgung? Was findet er heraus?

Der Text ist lizenziert nach der Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

Unterrichtsmaterial

Mehr zum Thema