Bildungsrelevant, weil der Film ohne Übertreibung und Dramatisierung realistische Konflikte und Sorgen kleiner Kinder zeigt und altersgerechte Lösungswege aufzeigt.

Die Geschichte: Zwei Kinder schließen Freundschaft

Die vierjährige Lotte zieht um. Nachdem ihr kleiner Bruder geboren wurde, war die elterliche Wohnung im „großen Haus“ zu klein. Begeistert ist Lotte aber nicht. Früher konnte sie aus ihrem Fenster auf den Spielplatz vor dem Haus schauen, wo ihre ganzen Freund/-innen spielten. Im Garten des neuen Hauses steht nur ein Baum, und an dem hängt eine blöde alte Schaukel. Und drumherum, da ist sie sicher, wohnen nur alte Leute. Schon bald stellt sich allerdings heraus, dass gleich nebenan ein kleiner Junge wohnt, der fast so heißt wie sie. Totte wohnt bei seiner Großmutter, die Karate kann (oder vielleicht auch nur Yoga) und eine Katze hat. Die zwei Kinder verstehen sich sofort, auch wenn sie zuerst ein wenig angeben müssen und aus einem Kuchenbacken eher einen Wettbewerb machen. Sie gehen gemeinsam mit der Großmutter an den Strand, bauen im Garten einen Unterschlupf, verkleiden sich und spielen Einkaufen. Dabei geht allerdings etwas schief, und Lotte hat Angst, dass sie ihren neuen “bestesten” Freund schon wieder verloren hat.

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Filmische Umsetzung: Einfache Animation mit Platz für Staunen und Komik

Lotte und Totte ist ein Zum Inhalt: Animationsfilm, der mit sehr klaren Bildern arbeitet: Vor wie mit Wasserfarben gemalten, leicht verlaufenden Hintergründen bewegen sich klar umrissene Figuren mit ausdrucksstarken Augen und klar erfassbarer Mimik; die Animation ist meistens schnörkellos, bis auf den gelegentlichen Einsatz von strahlenden Augen, die an die typische Bildsprache von Zum Inhalt: Animes erinnern und einem jungen Publikum vermutlich vertraut sind. Lottes Gedanken und Fantasien werden zuweilen in Gedankenblasen visualisiert. Wenn Lotte das erste Mal mit Taucherbrille im Meer schwimmt und Fische beobachtet, lässt sich der Film auch Zeit für ein wenig Staunen, und Komik gibt es reichlich, vor allem durch ein umeinander werbendes Katzenpaar.

Das Thema: Kinderbuchverfilmung über den Umgang mit Ängsten und Konflikten

Die dänische Regisseurin Mia Fridthjof verwendet in ihrem Debütfilm Motive und Geschichten der aus Schweden stammenden Autorin und Illustratorin Gunilla Wolde. War in deren Buchreihe über Totte und Lotte (im schwedischen Original Totte und Emma) Totte die Hauptfigur, dreht Fridthjof die Perspektive nun um und fokussiert sich ganz auf das kleine Mädchen. Ängste wie zum Beispiel vor den Zangen einer kleinen Krabbe werden direkt in der Handlung ausgesprochen und bewältigt; es gibt über weite Strecken des Films keine lange aufrecht erhaltenen Spannungen oder Konflikte. Zugleich baut die durchgehende Geschichte genug Vertrauen auf, so dass am Schluss auch eine längere Phase der Unsicherheit zugemutet werden kann. Denn nach dem letzten Streit der beiden Kinder lässt der Film sich etwas mehr Zeit, bevor es eine Auflösung gibt. Er begleitet Lotte bei ihrem Versuch, das Problem aktiv zu lösen, was aber zunächst nicht nur scheitert, sondern auch zu einem Unfall führt. Dann aber zeigt sich, dass sie nicht allein ist – alle gemeinsam sorgen schließlich für ein gutes Ende.

Fragen für ein Filmgespräch

  • Warum ist Lotte traurig darüber, in dem neuen Haus zu wohnen?

  • Welchen großen Fehler hat der Kater unterm Baum gemacht, und wie kann er ihn bei der Katze wieder gut machen?

  • Was will Lotte erreichen, als sie versucht, für Totte ein Baumhaus zu bauen? Und warum glaubt sie, dass ihm das gut gefallen würde?

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