Die 18-jährige Maggy hat gerade ein Kind bekommen. Mit ihrer kleinen Tochter Lucy lebt sie bei ihrer Mutter, die Schule hat sie abgebrochen, auch die Beziehung zum Vater ihres Kindes beendet. Zwischen Muttersein und Jugendträumen bewegt sich Maggy durch den Alltag – vom Wickeltisch zur Kita und ab und zu ein Ausflug in die Welt der Gleichaltrigen. In einem Club lernt sie den 25-jährigen Gordon kennen. Die beiden verlieben sich und schon nach kurzer Zeit zieht Maggy mit Lucy zu Gordon in die Plattenbauwohnung. Doch das Glück der jungen Familie ist nicht von Dauer, zu sehr klaffen Anspruch und Realität bei beiden auseinander.
Das langsame Erzähltempo, die knappen Dialoge, die Auslassung jeglicher Parallelhandlungen, die bildhafte Konzentration auf die unmittelbare Umgebung der Figuren und auf die Jetztzeit lenken die Aufmerksamkeit der Zuschauenden ganz gezielt auf die Protagonisten/innen, insbesondere auf Maggy. Die seismografische Beobachtung des Alltags und der Verzicht auf Effekthascherei lassen das Publikum zugleich nachempfinden, wie sich Entscheidungen aus der Situation heraus ergeben. Mit den jungen Darstellern/innen, die zum Teil bereits in Henner Wincklers Debüt
Klassenfahrt (2002) zu sehen waren, hat der Regisseur eine äußerst authentische Verkörperung ihrer Rollen erarbeitet.
Autor/in: Vision Kino, 29.09.2006