Bildungsrelevant, weil die filmisch beeindruckende Odyssee-Adaption eine neue Auseinandersetzung mit dem klassischen Stoff und seiner heutigen Relevanz anregt.

Die Geschichte: Eine lange Irrfahrt

Nach dem Ende des Trojanischen Kriegs tritt Odysseus, König von Ithaka und einer der griechischen Heerführer, mit seiner Gefolgschaft die Heimreise über das Mittelmeer an. Doch weil Odysseus den Zyklopen Polyphem blendet, erzeugt dessen erboster Vater, der Meeresgott Poseidon, stürmische Winde, die die Boote vom Kurs abbringen. Obwohl die Göttin Athene Odysseus beisteht, wird die Rückkehr zu einer zehnjährigen Irrfahrt. Begegnungen mit der Zauberin Kirke, mit Sirenen oder dem Seeungeheuer Skylla prüfen den König, dann hält die Nymphe Kalypso ihn sieben Jahre lang auf ihrer Insel fest. Unterdessen wird Odysseus' Frau Penelope in der Heimat von Freiern wie dem intriganten Antinoos bedrängt, der den Thron begehrt, während ihr Sohn Telemachos sich auf die Suche nach dem Vater begibt.

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Filmische Umsetzung: Heldenepos mit audiovisueller Wucht

Als Urbild der Heldenreise hat Homers Odyssee zahlreiche künstlerische Bearbeitungen inspiriert. Nun bringt Christopher Nolan den Klassiker mit viel Wucht und einer Hollywood-Starbesetzung neu auf die Leinwand. Imposant ist die technisch ambitionierte Ästhetik: Komplett mit Zum externen Inhalt: IMAX-Kameras (öffnet im neuen Tab) gedreht, fasziniert der Film mit körnigen Bildern und kontrastreicher Zum Inhalt: Farbgestaltung, etwa beim stechenden Blau des Meeres oder dem warmen Flackern von Feuerstellen. Verstärkt wird das haptische Kinoerlebnis durch die Dreharbeiten außerhalb von Filmstudios, in Griechenland und dem Mittelmeerraum (Glossar: Zum Inhalt: Drehort/Set), und den häufigen Einsatz nicht-digitaler Zum Inhalt: Spezialeffekte, darunter das nachgebaute Trojanische Pferd. So gelingen Nolan intensive (Kampf-)Sequenzen, die das Publikum mit dröhnendem Zum Inhalt: Sound-Design und einem immer schneller werdenden Score (Glossar: Zum Inhalt: Filmmusik) ins brachiale Geschehen ziehen.

Thema: Aktualisierter Klassiker

Heimkehr, Treue und Versuchung, List, Rache, menschliche Fehlbarkeit: Die Themenpalette aus Homers Odyssee ist zeitlos. Zudem passt die nicht-lineare Struktur des Textes mit ihren Einschüben und Parallelhandlungen zu Nolans hochkomplexer Erzähltechnik. Im Kern bleibt der Drehbuchautor und Regisseur entsprechend nah an der Vorlage, indem er den Reisestationen folgt und diese mit zusätzlichen schlaglichtartigen Zum Inhalt: Rückblenden durchwebt. Zugleich setzt er eigene Akzente: einerseits bei der stärkeren emotionalen Grundierung und der markant modernisierten Sprache, zum anderen bei der Darstellung des Kriegs als traumatische Erfahrung. So ist die Zerstörung Trojas hier ausdrücklich keine Heldentat, was auch eine beklemmende Zum Inhalt: Sequenz im Bauch des Trojanischen Pferds aufzeigt. Abgerundet wird diese Neuinterpretation durch die im Vergleich zum Ursprungsstoff stärkere Anklage moralischer Schuld, die der geläuterte Odysseus am Ende selbstkritisch vorträgt.

Kritische Aspekte

Einige Gewaltspitzen können irritieren: Schreckmomente in der Höhle des Zyklopen oder die groteske Verwandlung der Soldaten in Schweine nutzen Horrormotive, der Fall Trojas und der finale Racheakt werden als Gemetzel inszeniert.

Fragen für ein Filmgespräch

  • Welche Unterschiede zur Odyssee sind euch aufgefallen und wie schätzt ihr die erzählerischen Freiheiten von Nolans Zum Inhalt: Adaption ein?

  • Beschreibt die Ästhetik des Films und wie diese auf euch gewirkt hat. Welche Bilder und Inszenierungsmittel stechen heraus?

  • Die Irrfahrt des Odysseus ist ein Archetyp der Heldenreise. Fallen euch weitere Filme ein, die dieses dramaturgische Konzept (Glossar: Zum Inhalt: Dramaturgie) anwenden?

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