Bildungsrelevant weil der Film zeitlos spannend die Bedeutung der freien Presse als „Vierte Gewalt“ in der Demokratie vermittelt.

Die Geschichte: Zwei Reporter enthüllen den Watergate-Skandal

Bob Woodward und Carl Bernstein arbeiten als Lokalreporter bei der Washington Post, als 1972 im Hauptstadtbüro der Demokratischen Partei im Watergate-Gebäudekomplex eingebrochen wird. Zunächst bekommt der Fall wenig Aufmerksamkeit, doch das ändert sich, als die Reporter zu den Hintergründen recherchieren: Warum tauchen hochrangige Anwälte bei der Anhörung der Einbrecher auf? Welche Beziehungen haben sie zu den US-Sicherheitsbehörden? Und welche Rolle spielt das Geld, das einen Spender der Wahlkampagne von Präsident Richard Nixon mit der Tat verbindet? Hinweise liefert den Journalisten ein Whistleblower mit Spitznamen „Deep Throat“. Trotz großer Widerstände ermitteln Woodward und Bernstein unermüdlich zu dem Fall, der letztlich den Präsidenten zum Rücktritt zwingen und die US-Demokratie nachhaltig erschüttern wird.

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Filmische Umsetzung: Realismus im Redaktionsbüro

Als "Die Unbestechlichen" 1976 in die Kinos kam, war der Watergate-Skandal der Öffentlichkeit bestens bekannt: Ein Millionenpublikum hatte 1973 die Senats-Anhörungen im Fernsehen verfolgt, die schließlich zu Nixons Rücktritt führten. Woodwards und Bernsteins Buchvorlage zum Film war ein Bestseller. Bei ihrer Zum Inhalt: Adaption zielten Drehbuchautor William Goldman (Glossar: Zum Inhalt: Drehbuch) und Regisseur Alan J. Pakula (Glossar: Zum Inhalt: Regie) auf größtmöglichen Realismus: Sie interviewten die Beteiligten, studierten die Arbeitskultur bei der Washington Post; für den Film wurde deren Büro originalgetreu im Studio rekonstruiert. Die Konzentration auf Details der investigativen journalistischen Arbeit – Telefoninterviews, Dokumentenrecherche, Redaktionssitzungen und Faktenchecks – macht den Zum Inhalt: New-Hollywood-Klassiker noch heute zu einem faszinierenden Porträt des Berufs. Das reduzierte Zum Inhalt: Schauspiel der Darsteller/-innen, die Kameraarbeit mit ihrer akzentuierten Zum Inhalt: Lichtgestaltung und der minimalistische Soundtrack (Glossar: Zum Inhalt: Filmmusik) erzeugen Spannung allein durch den Zum Inhalt: Suspense, wie die Reporter zu den (bekannten) Enthüllungen kamen.

Das Thema: Demokratie braucht die freie Presse

Am Anfang des genreprägenden Politthrillers (Glossar: Zum Inhalt: Thriller) zweifelt ein einflussreicher Redakteur an, ob man die Beziehung der Zeitung zur Partei des Präsidenten mit dem Thema belasten sollte – die Vorwürfe seien kaum vorstellbar. Solch gutgläubiges Vertrauen in Amtsträger und Regierungsorgane ist seit Watergate passé. Unabhängige Medien definieren sich seitdem über Distanz zur Politik als Zum externen Inhalt: „Vierte Gewalt“ (öffnet im neuen Tab) in der Demokratie, Zum externen Inhalt: investigativer Journalismus (öffnet im neuen Tab) wurde zur Prestige-Disziplin. Gleichwohl hat sich in den USA politisch viel verändert: 1973 reagierte der Senat auf die Presseberichte mit einem einstimmigen Beschluss für eine Untersuchungskommission; eine derartige überparteiliche Kritik an der Regierung ist heute undenkbar. Die Haltung des Films, dass es zum Erhalt der Demokratie eine freie Presse braucht, gilt umso mehr – und das Filmzitat „Follow the Money“, also irreguläre Transaktionen zu verfolgen, wurde zur zeitlosen Formel fürs investigative Ermitteln.

Fragen für ein Filmgespräch

  • Welche Bedeutung hatte Watergate für die US-Demokratie und warum erzählt der Film dies (nur) aus der Perspektive der Journalisten?

  • Wie wird in der Filmszene Zum externen Inhalt: „Dahlberg‘s Check“ (öffnet im neuen Tab) das journalistische Arbeiten und das (Spannungs-)Verhältnis zur Politik inszeniert?

  • Wie hat sich die Medienwelt seit 1976 verändert? Warum haben investigative Presseberichte insbesondere in den USA nicht mehr die gleichen Folgen wie damals?

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