Wichtiger Hinweis:

Disclaimer: Die Serie "City of Blood" enthält einige drastische Gewaltdarstellungen, die teils als Bodyhorror bezeichnet werden können. kinofenster.de empfiehlt Lehrenden, die Serie vor dem Unterrichtseinsatz selbst zu sichten, um über eine Eignung für die jeweilige Lerngruppe zu entscheiden.

Bildungsrelevant, weil die Serie auf unterhaltsame Weise Genres mixt und zum Nachdenken über Macht, Gesellschaft und Politik anregt.

Die Geschichte: Vampire auf dem Weg zur Macht

Blut ist die Währung der Zukunft. Illegale Blutspenden bieten den Armen in der von der Klimakatastrophe gezeichneten Republik Berlin ein Auskommen – auch wenn niemand weiß, was mit dem Blut geschieht. In den Bluthandel ist auch Phoebe verstrickt, die von Schuldgefühlen geplagt wird. Die junge Frau fühlt sich verantwortlich für die Erkrankung ihrer jüngeren Schwester Bea, der sie nach Jahren des Kontaktabbruchs eine Niere spenden und so das Leben retten möchte. Doch als Bea, die eine Karriere als Journalistin anstrebt, über den Bluthandel recherchiert, bringt sie Phoebe in Gefahr. Während auf den Straßen der überhitzten Stadt, in der wenige Reiche Zuflucht unter einer klimatisierten Kuppel im Westen der Stadt gefunden haben, der Aufstieg einer rechtspopulistischen Partei beginnt, macht sich Bea auf die Suche nach ihrer entführten Schwester. Und im Hintergrund beginnen mächtige Wesen, die bislang ihre Existenz verschleiert haben, die Strippen zu ziehen und politische Intrigen zu spinnen: Vampire.

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Filmische Umsetzung: Dystopischer Horrorthriller mit Gegenwartsbezug

Die Comicreihe Berlinoir (2003–2008) von Reinhard Kleist und Tobias O. Meissner diente als Inspiration für die Serie, die sich zugleich als Zum Inhalt: Prequel versteht. Dafür wurde vor allem das Setting verändert: "City of Blood" spielt in einer nahen Zukunft im fiktiven Stadtstaat Berlin, in dem der Klimawandel und weitere Katastrophen ihre Spuren hinterlassen haben. Die Spree ist ausgetrocknet, das Umland eine wüstenähnliche Ödnis, die Gesellschaft durch Verteilungskämpfe gespalten. Damit überträgt die Serie Probleme der Gegenwart in die Zukunft. Das Stadtbild lehnt sich gestalterisch an filmische Dystopien wie "Die Klapperschlange" ("Escape from New York", John Carpenter, USA 1981) an, während die Serie die ständige Hitze durch gelbstichiges Licht (Glossar: Zum Inhalt: Farbgestaltung) visualisiert. Die Handlung erweitert sie unterdessen um Zum Inhalt: Genre-Elemente des Vampirfilms, wobei sie auf Gothic-Ästhetik verzichtet und die fantastischen Wesen vielmehr in einem allegorischen Sinne in Erzählmuster eines Zum Inhalt: Politthrillers einbettet. Explizite Gewalt bis hin zum Bodyhorror und Action wechseln sich dabei mit dialoglastigen Zum Inhalt: Szenen ab.

Das Thema: Ambivalente Machtkonstruktionen

Das Machtstreben einer rechtspopulistischen Partei macht einen bedeutenden Handlungsstrang der Serie aus. Realitätsnah führen die Dialoge dabei vor, wie mit rhetorischen Mitteln Stimmungen geschürt und Inhalte flexibel aktuellen Entwicklungen angepasst werden. Gerade zum Ende wirkt der kompromisslose Wille zur Macht wie ein Spiegel gegenwärtiger politischer Ereignisse. Ambivalenter hingegen fallen die Motive der Vampire aus, die eher an Oligarchen erinnern und mit auf den ersten Blick harmloser klingenden Strategien – allgemeine Blutspenden im Sinne des Gemeinwohls – ihre Interessen durchsetzen wollen. Diskussionswürdig ist ihre Rolle als „das Andere“ und „Fremde“. Angebote eines friedlichen Zusammenlebens erscheinen stets nur als taktisches Kalkül der Machtsicherung, die unberechenbare Natur der „Anderen“ wird schließlich sogar bestätigt. Die Serie macht es nicht leicht, in diesem Wirrwarr aus Intrigen eine moralische Orientierung zu finden.

Fragen für ein Filmgespräch

  • Erstellt ein Figurenschaubild. Wer steht auf wessen Seite? Was verbindet, was trennt die Figuren und Gruppen?

  • Die Serie will trotz des futuristischen und fantastischen Settings Bezüge zur Gegenwart herstellen. Welche könnt ihr erkennen?

  • Wie nehmt ihr die Darstellung der rechtspopulistischen Partei in der Serie wahr?

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