Bildungsrelevant, weil Fatih Akins poetisches Liebesdrama emphatisch, bildstark und jugendaffin über die Liebe und den Tod philosophiert.

Die Geschichte: Ein Mensch stirbt, aber die Liebe bleibt

Hoch oben auf dem Hamburger Fernsehturm, beim Abiball dreier Schulklassen, begegnen sich Faris und Farasha das erste Mal. Doch was als Liebe auf den ersten Blick beginnt, endet noch in derselben Nacht brutal: Auf der Heimfahrt stürzt das Auto in ein Hafenbecken, Faris und zwei Mitfahrende können sich retten, Farasha stirbt. Aber heißt es nicht oft, die Liebe sei stärker als der Tod? Über einen Zeitraum von 40 Nächten, so erfährt Farasha von ihrem bereits vor Jahren verstorbenen Vater, darf sie dem Geliebten in einer Welt zwischen Leben und Tod begegnen und beistehen. Immer wieder kommt sie im Traum zu ihm, tröstet ihn in seinem Schmerz. Zusammen genießen sie diese unerwarteten Momente des Glücks, in denen Faris aber auch schmerzhaft erfährt, was eine wirklich große Liebe manchmal fordert, nämlich loszulassen und sich für das Leben zu entscheiden.

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Filmische Umsetzung: Spiritueller Liebesfilm mit Vorbildern bei Hitchcock und Anime

Erstmals verbindet Fatih Akin, mehrfach ausgezeichneter Regisseur von Filmen wie "Gegen die Wand" (DE 2004) oder Zum Filmarchiv: "Tschick" (DE 2016), sein Thema der großen, alles überwindenden Liebe mit dem Übersinnlichen. Allerdings ist "Geister" kein Gespensterfilm und kommt auch ohne die entsprechenden Zum Inhalt: Spezialeffekte aus, vielmehr begegnen die Hauptfiguren einander ganz natürlich – mit der feinen Einschränkung, dass nur Faris die Geliebte sehen kann. Die Vermischung von Traumvorstellung und Realität zeigt sich auch in mehreren Zum Inhalt: Rückblenden zum Unfall, die den wahren Hergang der tragischen Ereignisse erst allmählich preisgeben. Akins melodramatische Spielart (Glossar: Zum Inhalt: Melodram) des Geisterfilms steht in einer langen filmgeschichtlichen Tradition; unter anderem nennt der Filmemacher Alfred Hitchcocks Zum Filmarchiv: "Vertigo – Aus dem Reich der Toten" ("Vertigo", USA 1958) als Vorbild. Entscheidend für die filmische Gestaltung waren allerdings japanische Zum Inhalt: Anime wie Zum Filmarchiv: "Your Name. – Gestern, heute und für immer" ("Kimi no Na wa", Shinkai Makoto, JP 2016) und Zum Filmarchiv: "Suzume" ("Suzume no Tojimari", Shinkai Makoto, JP 2022), womit Akin die Sehgewohnheiten heutiger Jugendlicher aufgreift.

Das Thema: Ein empathischer Umgang mit Verlust und Trauer

Die Anwesenheit der Toten im Leben ist kein bloßes filmisches Motiv. Als Urform des Erinnerns und Gedenkens prägt sie Religionen und Kulturen durch die gesamte Menschheitsgeschichte. Entsprechend respektvoll legt Akin etwa den Fokus auf muslimische Begräbnisrituale. Auf einer weniger spirituellen Ebene ähnelt dieser menschliche Umgang mit Verlust und Trauer bis hin zur Todessehnsucht, wie Faris ihn durchmacht, dem Abschied von einer verlorenen Liebe. "Geister" ist vor allem ein romantisches Liebesdrama, das die großen Fragen des Lebens teilweise dramatisch zuspitzt, aber immer wieder auch humorvoll behandelt, in einer für junge Menschen jederzeit verständlichen Sprache.

Kritische Aspekte

In seiner Trauer versucht Faris zwei Mal, sich das Leben zu nehmen. In diesem Zusammenhang kann vorab darauf hingewiesen werden, dass für sämtliche Zum Inhalt: Szenen auf dem Fernsehturm mit Modellen und gemalten Hintergründen (Glossar: Zum Inhalt: Production Design/Ausstattung) gearbeitet wurde. Dennoch ist es wichtig, die Lerngruppe auf dieses Thema vorzubereiten und für die beiden dramatischen Filmszenen zu sensibilisieren.

Fragen für ein Filmgespräch

  • Regisseur Fatih Akin sagt über "Geister": „Es ist ein Film, der das Leben liebt und feiert, gerade weil der Tod immer nah ist.“ Diskutiert diese Aussage.

  • Faris hat deutsch-türkische Eltern, Farasha ist aus Syrien geflohen. Inwiefern spielen diese kulturellen Hintergründe im Film eine Rolle?

  • Fatih Akin hat den Film in seiner Heimatstadt Hamburg gedreht. Erörtert die Wahl der Schauplätze (Glossar: Zum Inhalt: Drehort/Set) und ihre Bedeutung für die Geschichte.

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