Kategorie: Arbeitsblatt
"Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf": Arbeitsblatt 3
Ein Arbeitsblatt zum Film "Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf" für die Fächer Geschichte, Politik, Sozialkunde, Ethik und Deutsch
Arbeitsblatt 3 zum Fim "Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf" (Güner Balci, Jesco Denzel, D 2026): Filmpraktische Übung
Nach der Filmsichtung
Geschichte wird nicht nur in Büchern bewahrt, sondern auch in persönlichen Erinnerungen. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen können erzählen, wie historische Ereignisse erlebt und wahrgenommen wurden. Mithilfe von Film könnt ihr solche persönlichen Erinnerungen bewahren und sie für andere zugänglich machen. Führt dafür ein eigenes Gespräch mit einer Zeitzeugin oder einem Zeitzeugen und haltet es filmisch fest.
Vorbereitung: Person und Fragen
a) Bildet Kleingruppen und überlegt, wer in eurem Umfeld (beispielsweise Familie, Nachbarschaft oder Bekanntenkreis) ein historisches oder biografisches Ereignis miterlebt hat, über das die Person bereit wäre zu erzählen (Krieg, Mauerfall, Flucht oder ähnliches).
b) Nehmt zu dieser Person Kontakt auf und fragt, ob sie bereit wäre, für ein Zeitzeugeninterview ein Gespräch in der Schule mit euch zu führen. Falls die Zustimmung erfolgt: Schreibt einen kurzen Text (fünf bis sechs Sätze), in dem ihr die Person vorstellt und begründet, warum ihre Perspektive auf das Ereignis für euch interessant ist.
c) Erinnert euch an die Grundlagen der Oral History und/oder schlagt Zum externen Inhalt: hier (öffnet im neuen Tab) noch einmal nach.
Entwickelt acht bis zehn offene Fragen (keine reinen Ja/Nein-Fragen), die der Person Raum geben, frei zu erzählen. Fragt nach konkreten Erinnerungen, Orten und Gefühlen und vermeidet Fragen, die bereits eine bestimmte Antwort vorgeben.
Filmästhetische Planung
Erinnert euch an die Filmästhetik von "Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf": Handkamera (Glossarbegriff: Zum Inhalt: Kamerabewegungen), Verzicht auf Kunstlicht (Glossarbegriff: Zum Inhalt: Lichtgestaltung), wenig Zum Inhalt: Filmmusik, keine Reenactments – stattdessen Nähe zur Person und ihrem Alltag.
d) Legt fest, wo in der Schule ihr Aufnahmen mit eurem Zeitzeugen/eurer Zeitzeugin filmen möchtet und wie ihr die Kamera dabei einsetzt (welche Zum Inhalt: Einstellungsgrößen und Kamerabewegungen ihr wählt). Entscheidet, ob und wie ihr Fotos oder persönliche Gegenstände der Person mit einbindet.
e) Haltet eure Entscheidungen und Begründungen kurz schriftlich fest, um beim Dreh vorbereitet zu sein.
Dreh, Schnitt und Reflexion
Erinnerungen können sich im Laufe der Zeit verändern, von späteren Erfahrungen beeinflusst werden oder einzelne Ereignisse anders gewichten. Ein Interview mit Zeitzeug/-innen ist deshalb keine objektive Darstellung der Vergangenheit, sondern eine persönliche Perspektive auf Geschichte.
f) Filmt das Gespräch mit Smartphone oder Tablet. Achtet auf gutes Licht und möglichst störungsfreien Ton, nutzt am besten ein externes Mikrofon. Bleibt während des Gesprächs aufmerksam und flexibel – wenn die Person von euren Fragen abweicht oder länger bei einer Erinnerung verweilt, lasst ihr Raum dafür.
Hinweis: Weist die Person darauf hin, dass sie jede Frage auslassen und das Gespräch jederzeit unterbrechen oder beenden kann. Geht sensibel mit belastenden Erinnerungen um.
g) Sichtet gemeinsam euer Material und wählt in Absprache mit der interviewten Person aus, welche Ausschnitte ihr zeigen dürft. Schneidet behutsam, ohne Aussagen aus dem Zusammenhang zu reißen. Zum Schneiden könnt ihr Apps wie Zum externen Inhalt: CapCut (öffnet im neuen Tab), Zum externen Inhalt: Canva (öffnet im neuen Tab), Zum externen Inhalt: iMovie (öffnet im neuen Tab) oder Zum externen Inhalt: DaVinci Resolve (öffnet im neuen Tab) nutzen.
h) Präsentiert eure Ergebnisse im Plenum.
i) Reflektiert abschließend: Was war für euch das Schwierigste an der Aufgabe? Was habt ihr über Erinnerung und Verantwortung gelernt? Wie verändert sich der Blick auf Geschichte, wenn man selbst mit einer Zeitzeugin oder einem Zeitzeugen spricht? Welche Teile des Gesprächs erzählen etwas über das persönliche Erleben und welche Aussagen können durch andere historische Quellen überprüft werden? Was ist der Unterschied zwischen persönlicher Erinnerung und historischer Tatsache?