Kategorie: Impulse
"Ich verstehe Ihren Unmut" – Impulse
Impulse zur Arbeit mit dem Film "Ich verstehe Ihren Unmut" für Jugendliche ab 14 Jahren
Vor der Filmsichtung
1. Thema: Arbeitsalltag von Reinigungskräften
Fragen/Impulse: Bewohner/-innen reinigen ihre Wohnungen in der Regel selbst. Wer übernimmt diese Aufgaben in öffentlichen Einrichtungen, Schulen oder Bürogebäuden? Was wisst ihr über den Arbeitsalltag von Reinigungskräften?
Hinweise/Sozialform(en): Einzelarbeit zur Sammlung erster Gedanken, anschließend Austausch in der Gruppe.
Dauer: 5–10 Minuten
2. Thema: Unsichtbare Arbeit
Fragen/Impulse: Überlegt: Welche Tätigkeiten würden euch sofort fehlen, wenn sie niemand mehr übernehmen würde? Welche Arbeiten nehmen wir für selbstverständlich an? Alternativ könnt ihr einen Tag lang bewusst auf Menschen achten, deren Arbeit oft kaum wahrgenommen wird.
Hinweise/Sozialform(en): Ideensammlung in Einzelarbeit oder Kleingruppen, anschließend Austausch im Plenum.
Dauer: 10–15 Minuten
3. Thema: Arbeit und Würde
Fragen/Impulse: Was braucht es, damit Menschen in ihrem Arbeitsumfeld respektvoll behandelt werden? Erstellt gemeinsam eine Liste mit Bedingungen, die für einen menschenwürdigen Arbeitsplatz notwendig sind und stellt eure Ergebnisse einander vor.
Hinweise/Sozialform(en): Brainstorming in Einzelarbeit oder im Tandem vor der Filmsichtung, anschließend wird in Kleingruppen eine kurze Präsentation vorbereitet.
Benötigtes Material: Plakatpapier oder digitale Pinnwand, gegebenenfalls Whiteboardstifte oder vergleichbare Materialien.
Dauer: 20–25 Minuten
4. Thema: "Ich verstehe Ihren Unmut"
Fragen/Impulse: Viele Menschen verwenden in Konfliktsituationen höfliche Standardformulierungen. Sammelt typische Sätze aus Schule, Familie oder Arbeitswelt. Diskutiert: Wann wirken sie ehrlich, wann eher wie Aussagen ohne Bedeutung – Floskeln? Überlegt anschließend, in welchen Situationen der Satz "Ich verstehe Ihren Unmut" gesagt werden könnte.
Hinweise/Sozialform(en): Zunächst Sammlung typischer Formulierungen in Partnerarbeit oder Kleingruppen, anschließend Vorstellung und Diskussion in der Gruppe.
Dauer: 10–15 Minuten
Vor/nach der Filmsichtung:
5. Thema: Wer hat Macht?
Fragen/Impulse: Denkt an Situationen aus Schule, Ausbildung, Verein oder Nebenjob. Woran erkennt man Machtpositionen? Welche Möglichkeiten haben Menschen, sich gegen ungerechte Entscheidungen zu wehren?
Hinweise/Sozialform(en): Anwendung der Methode Zum externen Inhalt: Think-Pair-Share (öffnet im neuen Tab) vor der Filmsichtung, anschließend Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse im Plenum. Falls der Impuls nach der Filmsichtung erfolgt, können Beispiele mit entsprechenden Szenen aus dem Film in Beziehung gesetzt werden.
Dauer: 15–20 Minuten
Während/nach der Filmsichtung
6. Thema: Arbeit mit dem Trailer
Fragen/Impulse: Seht euch den Zum externen Inhalt: Trailer (öffnet im neuen Tab) an. Fasst zusammen, was ihr über die Handlung erfahrt. Ordnet den Film einer Gattung zu und diskutiert die mögliche Bedeutung des Filmtitels. Wer könnte den Satz "Ich verstehe Ihren Unmut" sagen?
Hinweise/Sozialform(en): Nach der Zusammenfassung sollten zentrale Aspekte wie die Arbeit in der Gebäudereinigung sowie die filmische Form besprochen werden. Ob es sich um einen Zum Inhalt: Spiel- oder Zum Inhalt: Dokumentarfilm handelt, dürfte für viele Jugendliche zunächst nicht eindeutig sein. Die Kursleitung sollte darauf achten, dass unterschiedliche Deutungen möglich sind und nicht bewertet werden. Die Vermutungen können nach dem Kinobesuch überprüft werden. Als Beobachtungsauftrag bietet es sich außerdem an, auf Zum Inhalt: Kameraperspektiven, Zum Inhalt: Kamerabewegungen und Zum Inhalt: Einstellungsgrößen zu achten.
Dauer: 10–15 Minuten
Nach der Filmsichtung
7. Thema: Ein Bild bleibt
Fragen/Impulse: Welches Bild ist euch besonders in Erinnerung geblieben? Beschreibt die Zum Inhalt: Szene und erklärt, weshalb ihr euch gerade für diesen Moment entschieden habt.
Hinweise/Sozialform(en): Einzelarbeit mit anschließender Vorstellungsrunde in der Gruppe. Die Übung eignet sich besonders als erster Gesprächseinstieg direkt nach der Filmsichtung.
Dauer: 10–15 Minuten
8. Thema: Stress sichtbar machen
Fragen/Impulse: Wie vermittelt "Ich verstehe Ihren Unmut" den Stress und die Überforderung der Figuren? Dreht anschließend mit dem Smartphone eine kurze Szene, die Hektik, Zeitdruck oder Überforderung ausdrückt.
Hinweise/Sozialform(en): Zunächst werden die filmischen Mittel im Plenum analysiert. Dabei sollte insbesondere auf Kameraperspektiven, Kamerabewegungen, Einstellungsgrößen und Zum Inhalt: Montage eingegangen werden. Anschließend setzen die Jugendlichen die Aufgabe in Gruppenarbeit praktisch um und präsentieren ihre Ergebnisse.
Dauer: 45–60 Minuten
9. Thema: Perspektivwechsel
Fragen/Impulse: Wählt eine Szene aus dem Film und erzählt sie aus der Sicht einer anderen Figur nach, die in dieser Szene auch eine Rolle spielt. Welche neuen Aspekte werden dadurch sichtbar?
Hinweise/Sozialform(en): Der Perspektivwechsel kann schriftlich oder mündlich in Einzelarbeit oder im Tandem erfolgen. Anschließend Vorstellung und Diskussion der unterschiedlichen Sichtweisen.
Dauer: 20–30 Minuten
10. Thema: Kann Kunst etwas verändern?
Fragen/Impulse: Der Regisseur hofft, mit seinem Film Diskussionen über Arbeitsbedingungen anzustoßen. Glaubt ihr, dass Filme gesellschaftliche Veränderungen bewirken können?
Hinweise/Sozialform(en): Sammlung von Argumenten im Tandem oder in Kleingruppen, anschließend Diskussion im Plenum.
Dauer: 15–20 Minuten